Verlauf der Gleichstromtrasse hat Tücken

bau Einen Blick auf den aktuellen Planungsstand ermöglicht jetzt die Info-Tour von 50 Hertz

Region. 

Region. Der Bau der Gleichstromtrasse Süd-Ost-Link, die auch Reuther und Rosenbacher Gebiet streifen würde, rückt näher. Mit einem Info-Mobil machte der zukünftige Netzbetreiber 50 Hertz in Reuth und Leubnitz Station. Bürger konnten Fragen vorbringen. Es ging vor allem um Alternativen beim Trassenverlauf.

Mit gleich sechs Mitarbeitern war 50 Hertz zahlenmäßig zumeist stärker vertreten als interessierte Bürger das Angebot annahmen. Diese wollten wissen, was es Neues gibt zum geplanten Bau der Gleichstromtrasse Süd-Ost-Link. Und wie es mit den Alternativen im Streckenverlauf steht, die allerdings wohl auch so ihre Tücken haben.

In die Landkarte, die den Trassenverlauf aufzeigte, waren nahe Reuth zwei Alternativstrecken gestrichelt eingezeichnet. Wie Axel Happe von 50 Hertz erklärte, hatte ein Flächenbesitzer die Alternative vorgeschlagen, damit seine Fläche nicht durchgeteilt würde. Joachim Stöhr aus Dröda und Rainer Steger aus Feilitzsch indes brachte hierzu ihre Bedenken vor. Denn die Alternativstrecke würde erstens durch ein elf Hektar großes Gehege für Rotwild führen und zweitens durch feuchtes Gebiet. "Die zuerst bevorzugte Planung wäre besser", so Steger. "Sonst müssten wir das Gehege auflösen." Axel Happe notierte sich die Informationen, damit neu über den zukünftigen Verlauf beraten wird.

Joachim Steger plädierte auch dafür, dass eine der beiden Alternativstrecken bei Reuth zu nähe am Wald verlaufen könnte. "Zu nah am Wald kann die Trasse den Baumwuchs beeinträchtigen." Der Drödaer befand den ursprünglich geplanten Verlauf besser. Dieser aber würde die landwirtschaftlichen Flächen der Milchwirtschaft Dehles e.G. durchqueren. Deren Chef Christian Kluge-Sammer hatte deshalb eine Alternative bereits Anfang des Jahres bei der Antragskonferenz von 50 Hertz in Zeulenroda vorgeschlagen. Ein Grund für den Landwirt ist die Drainage, die beim Trassenbau beachten werden müsste. Und: "Man sollte die vorhandene Infrastruktur nahe des Waldes nutzen." Dort gibt es bereits Wege. Gegenwärtig sind bereits Bohrungen des Bodens, sogenannte Sonderungsmaßnahmen, im Gange.

Im Übrigen würde die Trasse auch nicht zu nah am Wald verlaufen, verlautete Axel Happe. Und: es werde kein Wald entfernt. Wie es mit dem Grünen Band aussieht? "Das wird unterirdisch überquert."

Nahe Gebersreuth soll eine Kabelabschnittsstation errichtet werden. "Am Waldrand, und sie wird begrünt", informierte Happe zu dem wohl eher unschön anzusehenden Bauwerk. Gestern kam neben einigen anderen Bürgern auch Matthias Stark zum Info-Mobil in Reuth. "Ich will mich einfach nur informieren", sagte der Dehleser. Keine Änderungen zum favorisierten Trassenverlauf gibt es auf Rosenbacher Gebiet, informierte Happe. Aber man wollte auch hier den Leuten die Möglichkeit geben, sich zum aktuellen Planungsstand zu informieren.

Wann der Bau losgehen soll? "Voraussichtlich 2022 wollen wir die Baugenehmigung vorliegen haben. Dann ginge es 2023 los", blickte Christoph Arnold von 50 Hertz voraus. Geplant ist die Trasse zwar für zwei Gigawatt, es gibt aber die Option für zwei weitere Gigawatt. Deshalb sollen zwei Kabelgräben gezogen werden, wobei der zweite mit zwei Leerrohren versehen würde. Es wird ein 1000 Meter breiter Korridor angelegt, in dem die Erdkabelleitung liegen wird.

Derzeit arbeitet Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz an der Detailplanung für die Gleichstromverbindung Sued Ost Link zwischen Sachsen-Anhalt und Bayern. Diese soll bekanntlich Wolmirstedt bei Magdeburg mit dem Kraftwerksstandort Isar bei Landshut verbinden und die von Windkraftanlagen erzeugte Energie nach Bayern leiten. Es geht um drei Bauabschnitte, jeder rund 80 Kilometer lang. Für den Abschnitt B zwischen Eisenberg und der thüringisch-bayerischen Landesgrenze hatte die Bundesnetzagentur im Januar dieses Jahres das Planfeststellungsverfahren gestartet. Als Ergebnis der Antragskonferenz in Zeulenroda wurde Anfang Juli der Untersuchungsrahmen erlassen. Einen Blick auf den aktuellen Planungsstand ermöglicht jetzt die Info-Tour von 50 Hertz. Mehr als 20 Stopps entlang des im Antrag auf Planfeststellungsverfahren enthaltenen Trassenverlaufs gibt es. Die Detailplanung soll Mitte 2021 von der Bundesnetzagentur nochmals ausgelegt werden, um die Bürger aktuell zu informieren. Online kann man den Blick dann ebenfalls darauf werfen.