Verletzter Schiedsrichter: Junger Polizist springt bei Oberligaspiel ein

VFC Plauen trennt sich von FC Einheit Rudolstadt 1:1-Unentschieden

Plauen

Die Jagd auf die Tabellenspitze ist misslungen. Der VFC Plauen kam gegen den FC Einheit Rudolstadt über ein 1:1-Unentschieden (0:0) nicht hinaus. Dabei sah eigentlich alles so gut aus. Doch irgendwie avancierte diese siebente Spielrunde zum „Tag der Kuriositäten“.

VFC gewinnt den Schönheitspreis

So freute sich VFC-Cheftrainer Sedat Gören zwar über „die beste erste Halbzeit, seitdem ich hier in Plauen bin. Leider haben wir nur gut gespielt und kein Tor geschossen.“ VFC-Mannschaftskapitän Valentin Sponer verstand nach Spielschluss die Welt nicht mehr: „Wir müssen schon vor unserem Führungstreffer zwei, drei Tore erzielen. Das war der Knackpunkt.“ Holger Jähnisch vom FC Einheit Rudolstadt war froh, „dass wir trotz des hohen Tempos glücklich mit dem torlosen Remis in die Halbzeitpause gekommen sind. Plauen hat uns ganz schön laufen lassen“, stellte der Rudolstädter Assistenztrainer fest.

Großer Aufwand, kein Ertrag

Das Plauener Arbeitszeugnis zur Pause: Sieben Torschüsse, 4:2 Ecken, drei Highlights. Aber es stand eben nur 0:0-Unentschieden. Die Höhepunkte: VFC-Verteidiger Tim Limmer hatte von der Seitenauslinie genau Maß genommen. Sein Überraschungsheber landete auf der Rudolstädter Querlatte (18.). Spielmacher Amaar Hussain (25.) zwang mit seinem 25-Meter-Knaller Eric Kunth im Einheit-Kasten zur Zwangsparade. Und dann verfehlte Tyron Profis (35.) mit einem Schlenzer nur knapp den Gästekasten. Kurz zuvor Schrecksekunde für den VFC: Das Rudolstädter Phantom Marco Riemer (32.) köpfte an den Plauener Pfosten. Voller Wut und Adrenalin stampften die Gastgeber in die Kabine. „In der zweiten Halbzeit entscheiden wir das Ding für uns, Männer“, verkündete VFC-Coach Sedat Gören.

Wegen Verletzung: Linienrichter musste ausgetauscht werden

Doch dann passierte 40 Minuten gar nichts. Stadionsprecher Eric Holtschke informierte: „Schiedsrichterassistent Frank Tallner hat einen Muskelfaserriss. Er kann nicht weitermachen. Wir suchen jetzt einen Ersatz.“ Die fieberhafte Fahndung von VFC-Geschäftsführer Felix Koppe und Luca Thümmler vom VFC-Staff hatte Erfolg. Mit Justin Cornelius erklärte sich ein U13-Trainer der Plauener bereit, auszuhelfen. Der Nachwuchscoach kommt vom Halleschen FC und ist im Hauptberuf Polizist. Vollkommen unauffällig zog der Ersatzlinienrichter das Ding über die Bühne. „Großen Respekt“ zollte ihm VFC-Präsident Thomas Fritzlar. Beide Teams und die 705 Zuschauer waren um 15.28 Uhr froh, dass es weitergehen konnte.

Die Führung wurde erzwungen

Der VFC blieb dominant. Die Vogtländer erzwangen das 1:0. Tyron Profis (53.) verwandelte einen Steilpass nach Tempogegenzug zur Plauener Führung. Nur wenig später hatte Johan Martynets bereits den Torjubel auf den Lippen, als sein Schuss von der Gästeabwehr noch von der Torlinie gekratzt wurde (56.). „Vielleicht lief es zu gut. Wir haben wohl geglaubt, jetzt geht alles von alleine“, mutmaßt VFC-Torwarttrainer Oliver Dix. Der bis dahin absolut dominante und souverän wirkende Gastgeber wurde fahrlässig. Und genau solche Situationen nutzt der ehemalige Zweit-, Dritt- und Viertligaspieler Marco Riemer mit seinen 150 Pflichtspielen im Profibereich.

Nach 1:1-Ausgleich Kontrolle verloren

Einmal nicht aufgepasst. Zack. Schon stand es 1:1-Unentschieden. Nach einer Kopfballdoublette war Marco Riemer (67.) zur Stelle. Der 37-Jährige nutzte die Schaltpause in der VFC-Abwehr und köpfte aus Nahdistanz ein. Für viele Beobachter vollkommen überraschend: Der VFC verlor urplötzlich die Kontrolle, ließ sich in ein offenes Kampfspiel verwickeln und musste sogar in zwei Situationen um den Punktgewinn bangen. Gleichzeitig besaßen die Vogtländer auch selbst noch zwei große Möglichkeiten. VFC-Cheftrainer Sedat Gören kündigte an: „Das werten wir ganz kritisch aus.“

Auswärts besser als zu Hause?

Die Plauener haben im Vogtlandstadion in vier Heimspielen bereits sieben Punkte liegen lassen. Erst fünf Punkte wurden in der Heimbilanz verbucht. Auswärts ist das Team hingegen mit weißer Weste unterwegs. Drei Spiele, neun Punkte: Besser geht es nicht. Kommenden Samstag, 14 Uhr, muss der VFC beim Tabellenführer in Freital antreten. Mit dem vierten Auswärtssieg in Folge würden die Spitzenstädter den Spitzenreiter überholen. Danach kommen zwei Heimspiele: 11.10. Eilenburg (Sachsenpokal), 19.10. Bautzen.

Statistik

  • VFC Plauen: Pischon - Schubert/V (85. Greenham), Tanriver, Sponer, Limmer - Haake (85. Habermann), Beal - Eren (60. Eichie), Hussain (60. Winter), Martynets (75. Kämpfer) - Profis
  • Schiedsrichter: Ahmad Chahrour
  • Besonderes Vorkommnis: Schiedsrichter-Assistent Frank Tallner verletzt (Muskelfaserriss), Justin Cornelius (VFC) übernimmt nach Halbzeitpause
  • Torfolge: 1:0 Profis (53.), 1:1 Riemer (67.)
  • Zuschauer: 705

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Auch interessant für dich