Verrücktes Dorf feiert 600-jähriges Bestehen

Jubiläum Feier in Stöckigt vom 22. bis 24. Juni

Das Organisations-Team (im Bild) sagt heute allen Stöckigtern und den Sponsoren: "Herzlichen Dank!"Foto: Karsten Repert

Stöckigt. Im Winter rocken hier die Skifaschingsfreunde. Die Kraftsportler haben Stöckigt zum stärksten Dorf des Vogtlandes gemacht. Und jetzt bereitet man sich vor den Toren Plauens auf die große Invasion vor. Als dieser idyllisch gelegene Ort im Jahr 1418 erstmals Erwähnung fand, hätte keiner für möglich gehalten, dass ein Verein voller Narren zum Dreh- und Angelpunkt der Gemeinde werden könnte.

Kein nullachtfünfzehn Fest!

Thomas Böttcher ist der Vereins-Chef. Ausgerechnet das jüngste Kind in der Asbachuralt-Geschichte von Stöckigt fährt zur 600-Jahr-Feier vorne weg. Erst vor kurzem gegründet, führen die Skifaschingsfreunde Stöckigt e.V. durch das dreitägige Programm. "Wir möchten uns zuerst bei allen Stöckigtern für die enorme Begeisterung, den Zusammenhalt und die geopferte Zeit bedanken", weiß Thomas, dass hier eine dörfliche Gemeinschaft entstanden ist, von der man heutzutage Andernorts nur träumen kann. #

Natürlich sind auch die Sponsoren und Geldgeber ganz wichtig. Denn Stöckigt veranstaltet kein nullachtfünfzehn Fest. Dafür steht ein riesiges Organisations-Team, in dem zum Beispiel Andreas Böttcher mitwirkt. Doch der stellvertretende Wehrleiter hat ein Problem: "Wir veranstalten als Freiwillige Feuerwehr zwar einen Spaßwettkampf. Doch nicht einmal ich weiß, in welchen Disziplinen gerungen wird." Demnach verrät Wehrleiter Rico Knorr nicht einmal seinen eigenen Leuten, was er vorhat zum Gaudiwettkampf am Samstag, dem 23. Juni (Beginn 16 Uhr).

Plötzlich 100 Einwohner mehr?

Der Plauener Ortsteil (knapp 400 Bewohner) hat seine Einwohnerzahl um mindestens 100 erhöht. Und das in nur einer Woche! Wie das geht? Ganz einfach: hat in den Vorgärten ein wahres Wettrüsten begonnen. Die vielen Stoff-, Stroh- und Papp-Kameraden sind alleine schon einen Besuch wert. Aufgrund der wachsenden Aufmerksamkeit hoffen die Stöckigter auch auf den Besuch der Stadtspitze. Denn nur die kann erklären, wie es zum Verlust des Kemmlers gekommen ist.

Im Ort grübelt Feuerwehr-Chef Rico Knorr demnach schon eine ganze Weile: "Es gibt eine neuere Karte, wo die Bismarck-Säule auf Oberlosaer Flur eingezeichnet ist. Der Kemmlerturm gehört aber eigentlich zu Stöckigt."

Das wollen sich die lustigen Stöckigter jetzt natürlich gern erklären lassen, wobei hier niemand böse ist. Vielmehr sind sie in Stöckigt alle furchtbar aufgeregt. Denn die Begeisterung für die 600-Jahr-Feier ist um ein Vielfaches größer, als ursprünglich erwartet. Das ganze Dorf gleicht einer Filmkulisse.

Ralf Waldmann ist der Chronist. Er hat das fortgeführt, was er einst mit dem leider 1996 verstorbenen Klaus Reinhardt begonnen hatte. Zwei gefüllte Aktenordner dokumentieren die Geschichte von Stöckigt. Sie kann man in komprimierter Heftform auf 50 Seiten nachlesen. "Wir schreiben nun ein neues Kapitel in unsere Dorfgeschichte. Denn vermutlich wird es über die drei Festtage einiges zu berichten geben", glaubt Schatzmeisterin Melanie Böttcher und verweist auf das tolle Programm. Nachfolgend einige Eckpunkte. Natürlich wird der BLICK berichten über die Festivitäten am Fuße des Kemmlers.

Freitag: 19 Uhr Fassbieranstich und Tanz mit DJ Mario Martin

Samstag: 10 Uhr Großes Traktorentreffen, Modellbahnausstellung, Kremserfahrten, Präsentation der Kraftsportfreunde Stöckigt, Bike-Simulator der Stadtwerke Strom Plauen. Ab 13 Uhr: Großes Kinder- und Familienfest mit den Zumbakids und Minimax (Livemusik) sowie Andreas Gabalier-Double Richie. Ab 16 Uhr: Gaudiwettkampf der Feuerwehr. Ab 20 Uhr: Tanz mit Moonflyers (Livemusik)

Sonntag: 10 Uhr Frühschoppen, 14.30 Uhr Modenschau und Prämierung schönstes geschmücktes Grundstück. Eintritt frei!

Der BLICK kann eines sicher sagen: Ein Besuch im verrückten Dorf lohnt sich.