VfB als moralischer Sieger

Fußball Größtes Spiel der Geschichte verloren - Sympathien gewonnen

Es war ein Spiel für die Ewigkeit, welches die 3.500 Fußballfreunde im restlos ausverkauften Auerbacher VfB-Stadion erlebten. Die SG Dynamo Dresden zog drei Minuten vor dem Elfmeterschießen den Kopf aus der Schlinge. Als Jim-Patrick Müller den Drittliga-Tabellenführer zum 1:0-Sieg und damit ins Halbfinale gegen Erzgebirge Aue schoss, rückte der Krösus des ostdeutschen Fußballs die Welt wieder gerade. "Wir sind aber der moralische Sieger. Es war ein geiler Kampf unserer Jungs", gratulierte VfB-Verwaltungsrat Sören Voigt dem Team um Trainer Michael Hiemisch zur tollen Leistung. Der Dank gilt auch einer riesigen Armada an Helfern, die wegen des Sachsenpokal-Knüllers über Wochen im Dauereinsatz war. Lothar Bielau gehörte zur 14-köpfigen Altmeisterbrigade, die mehrere Zusatztribünen im VfB-Stadion errichtet hatte. Voller Stolz sah Lothar Bielau in die herausgeputzte Arena. "Ich bin jetzt 63 Jahre und von Kindesbeinen an beim VfB. Das heute wird das größte Spiel unserer Vereinsgeschichte", war sich das Urgestein sicher. Zu diesem Zeitpunkt aber wusste Lothar noch nicht, welch famose Leistung der Regionalliga-Achte abliefern sollte. Nie zuvor hatten Kameras ein Fußballspiel aus dem Vogtland live im Fernsehen übertragen. Das Medieninteresse war riesig. Insgesamt arbeiteten am Spielfeldrand um die 50 sprechende und schreibende Reporter, deren Techniker und Fotografen. VfB-Manager Volkhardt Kramer durfte als "Hauptaktionär" des Auerbacher Fußballs bemerken: "Es war ein friedlicher und es war der größte Fußballabend unserer Vereinsgeschichte." kare