VFC Plauen sagt Spiel ab: Verein schützt sich vor hohen Kosten nach Zwickau-Erfahrung

Plauen hat für die Spielausfälle gegen Magdeburg und Zwickau Lehrgeld bezahlt

Plauen

Im Netz diskutieren die Fußballfans, ob das Fußballspiel zwischen dem VFC Plauen und Eintracht Stahnsdorf wirklich ausfallen muss. Ist die Absage übertrieben? "Der Platz im Vogtlandstadion ist doch bestimmt bespielbar. Viele andere Plätze sind es doch auch", schreiben die Vogtländer. BLICK.de hat beim VFC-Präsidenten Thomas Fritzlar nachgefragt und eine klare Antwort erhalten. Und BLICK.de war soeben vor Ort.

 

Zwickau-Absage hat sogar 30.000 Euro gekostet

"Wir haben viel Lehrgeld bezahlt. In diesem Jahr sitzen wir bereits auf 30.000 Euro Kosten, die uns die Spielabsage gegen den FSV Zwickau gekostet hat. Wir waren auf über 2.000 Besucher vorbereitet. Dann kam der Schiedsrichter und hat gesagt, dass nicht gespielt werden kann. Der Ärger war riesig", berichtet Thomas Fritzlar. Zu bezahlen waren sämtliche Einsatzkräfte, die für Sicherheit und Ordnung zuständig waren. Der komplette Gastronomiebetrieb war bereits in vollem Gange, als eine Stunde vor Anpfiff alles abgeblasen wurde. Alle Lebensmittel waren unbrauchbar.

 

"Nicht nur die Schiedsrichterkosten fallen bei einer Spielabsage an"

Thomas Fritzlar stellt weiter fest: "Wir werden als Vereine überall zur Kasse gebeten, wenn wir Leistungen abverlangen. Das ist doch logisch. Es sind eben nicht nur die Schiedsrichterkosten, die bei einer Spielabsage anfallen." Im Nachhinein sagt Thomas Fritzlar: "Als Verein wirst du bestraft, wenn du unbedingt spielen möchtest." Wer im Fußball über den Tellerrand schaut, stößt unweigerlich auf die "Berliner Regelung". Dort untersagt beispielsweise bei schlechten Rahmenbedingungen gleich der Senat auf städtischen Plätzen schon Tage vorher das Fußballspiel. Der NOFV mit Sitz in Berlin nimmt das so hin. Rechtlich kann dagegen ohnehin keiner etwas tun. So geht‘s quasi auch und das schon über Jahre.

 

Der VFC Plauen hat diesmal selbst die Reißleine gezogen

Weil der VFC bereits im Dezember 2023 im Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg II eine Last-Minute-Absage hinnehmen und als kräftiges Minus verbuchen musste, ist der Verein jetzt vorsichtig geworden. "Wir können uns keine zwei kurzfristigen Spielabsagen in einem Geschäftsjahr leisten. Bei angekündigtem Schneefall und Frost sind die Bedingungen ähnlich wie bei den Spielen gegen Magdeburg und Zwickau", erläutert Thomas Fritzlar. Anstelle einer kurzfristigen Absage am Samstag hat der VFC diesmal selbst die Reißleine gezogen. Alle anderen Spiele in der Fußballoberliga finden nach aktuellem Stand statt.

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