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VFC-Trainer Schindler: "Der Platzverweis war der Lacher des Jahres!"

Fußball Plauen scheidet im Pokal nach 0:1-Niederlage gegen Lok Leipzig aus

Der VFC hat im Sachsenpokal die Überraschung verpasst. Die Plauener Fußballer mussten sich nach großem Kampf dem 1. FC Lok Leipzig mit 0:1 (0:1) geschlagen geben. Am Ende feierten die 1.447 Zuschauer beide Teams. Nur für die Schiedsrichter gab es kein Lob. "Die gelb-rote Karte gegen uns war der Lacher des Jahres", schimpfte VFC-Trainer Falk Schindler nach der intensiven Pokalschlacht.

Lok Leipzig gewinnt verdient

Zuerst: Lok Leipzig ist am Sonntagnachmittag vollkommen verdient ins Halbfinale des Sachsenpokals eingezogen. Die Probstheidaer zwangen die Spitzenstädter in eine Abwehschlacht. Aus Plauener Sicht stand es nach Großchancen am Ende 3:10, bei einem Eckenverhältnis von 2:11! Gäste-Trainer Wolfgang Wolf rügte sein Team: "Das ist unser großes Manko, dass wir es uns trotz Überlegenheit selbst schwer machen. Uns fehlt die Geilheit, die Entscheidung zu erzwingen. Den Plauenern muss ich ein großes Kompliment machen. Die haben sich nie aufgegeben." So durften die Leipziger "hinten raus froh sein, dass wir uns am Ende nicht irgendein Ding eingefangen haben", stellte Lok-Coach Wolfgang Wolf fest. Die Plauener spielten gegen den Regionalliga-Zweiten 44 Minuten in Unterzahl, hielten aber das Spiel über die volle Distanz ergebnismäßig offen.

VFC kassiert frühes Gegentor

Trainer Falk Schindler hatte seine dezimierten Plauener bereits vorab gewarnt: "Lok ist bei Standards sensationell gefährlich!" Das bewiesen die Leipziger Profis in Spielminute 9. Paul Schinke trat von rechts die erste Leipziger Ecke. Djamal Ziane verlängerte die perfekt servierte Bananenflanke per Kopf unter die Querlatte. Schon stand es 0:1. "Wir konnten heute nur 14 Feldspieler aufbieten. Uns fehlten gerade in dieser Szene eben auch die Leute, die sowas verteidigen können", nahm VFC-Coach Falk Schindler seine Mannschaft in Schutz. Bei 3 Grad Celsius und Nebel rannte der Oberligist somit frühzeitig dem Rückstand nach. Als Außenseiter wehrten sich die Vogtländer nach Kräften. Sogar in Unterzahl verteidigten die Platzherren ihr Tor 44 Minuten erfolgreich.

Kyriakos Andreopoulos sah Gelb-Rot

Heftige Kritik handelte sich Schiedsrichter Clemens Biastoch (Großröhrsdorf) ein. Der Referee bewertete die Zweikampfführung von Kyriakos Andreopoulos als übertrieben. War diese Auslegung bereits strittig, so brachte die dann folgende gelbe Karte die Plauener Fans gar auf die Palme. Denn Kyriakos Andreopoulos (35.) war bereits verwarnt und so flog der Grieche mit Gelb-Rot vom Platz. Insgesamt gab es in Halbzeit eins sechs strittige Entscheidungen gegen Plauen. VFC-Trainer Falk Schindler kassierte nach dem Seitenwechsel wegen fortwährenden Meckerns Gelb. Wohlgemerkt berechtigt, wenngleich die Tobsucht der Spitzenstädter verständlich erschien.

Es gab drei Plauener Chancen

Der VFC besaß durch Tim Sluga (23.) und in der Nachspielzeit durch Lars Albert (90.+2) sowie einen abgefälschten Schuss von Aleksandrs Guzlajevs (90.+3) drei Großchancen. "Es war für mich ein tolles Erlebnis vor so vielen Zuschauern zu spielen. Schade, dass ich nicht getroffen habe. Ich möchte allen Fans im Stadion danken für diese phantastische Stimmung", fühlte sich der 19-jährige Tim Sluga nach der Niederlage wie der zweite Sieger. Der 20-jährige Verteidiger Kevin Walther durfte sich ebenso feiern lassen: "Lok war bärenstark. Wir haben uns reingeworfen in jeden Schuss und dürfen stolz sein, dass wir nur ein Gegentor kassiert haben gegen so einen Gegner." Die Gäste spielten in der Schlussphase ebenfalls nur zu zehnt, weil Paul Schinke mit Gelb-Rot vom Platz geflogen war. Auf Seiten der Plauener gab es auch noch einen Verlust: Philipp Dartsch musste nach einer Knieverletzung ins Krankenhaus. Insgesamt aber durfte man von einem Fußballfest sprechen. Denn das Publikum feierte. Die etwa 700 Lok-Fans freuten sich riesig über den Halbfinaleinzug. Und die Plauener Anhänger applaudierten ihrem Team, das sich teuer verkauft hatte. Allen voran VFC-Torwart Ondrej Cap, der neun tolle Paraden zeigte.

Statistik

VFC Plauen: Cap - Walther/V, Schröder, Dartsch (63. Limmer), Albustin/V - Lucenka/V, Andreopoulos (35. Gelb-Rot) - Guzlajevs, Sluga, Nyber (72. Albert) - Bach

Schiedsrichter: Clemens Biastoch (Großröhrsdorf)

Gelb-Rot: Andreopoulos (35., VFC, wiederholtes Foulspiel), Schinke (79., Lok, wiederholtes Foulspiel)

Tor: 0:1 Ziane (9.)

Zuschauer: 1.447



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