Viele Hürden im ländlichen Raum

Verbraucherschutz Keine glutenfreie Brötchen beim Bäcker in Auerbach

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Beratungsstellen-Leiterin Heike Teubner, Andreas Eichhorst und Gerd Billen (v.l.) diskutieren mit den Besuchern. Foto: Thomas Voigt

Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein Staatssekretär im ländlichen Raum aufkreuzt. Kürzlich wurde Gerd Billen aus dem Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz in der Auerbacher Verbraucherzentrale begrüßt. Zusammen mit Sachsens obersten Verbraucherschützer Andreas Eichhorst war er zur "Chef Challange" im Vogtland auf Achse. In knapp 90 Minuten galt es, typische Aufgaben zu meistern, mit denen Verbraucher im ländlichen Raum täglich konfrontiert werden. Abgesehen von den Gebühren für Fremdkunden war das Geldabheben an einer Bank in Treuen keine größere Hürde. Beim Versuch, ein Gesundheitsarmband zu erstehen, sah das schon anders aus. Aufgrund der Online-Konkurrenz hatte das Geschäft ein solches Produkt nicht im Sortiment. Völlig überrascht waren die Tester, als sie in Auerbach bei keinem Bäcker glutenfreie Brötchen erstehen konnten. Vergeblich war auch die Suche nach einer Weiterbildungsmaßnahme in Sachen Verbraucherrecht. Die Herren fragten in der ansässigen Volkshochschule nach. Alle gemachten Erfahrungen wurden in Beratungsstelle am Graben mit Beteiligung von Besuchern ausgewertet. Eichhorst und Billen waren sich unter anderem darüber einig, dass aufsuchende Verbraucherberatung künftig unerlässlich ist. Eingeschränkte Mobilität, fehlende Infrastruktur und die Angst vor der digitalen Welt dürfe nicht dazu führen, dass ältere Menschen abgehängt werden.