Vital-Verein feiert zehnten Geburtstag

Schlaganfallhilfe Feierlichkeiten wegen Corona-Einschränkungen verschoben

Plauen. 

Plauen. 1.200 Vogtländer werden jedes Jahr durch einen Schlaganfall aus dem Leben gerissen. Menschen "wie du und ich" finden sich plötzlich in einer ganz anderen Welt wieder. Oftmals - wenn die Schwere der daraus resultierenden Hirnschädigung enorm ist - folgen neben den körperlichen Schmerzen auch noch seelische. Der Vital-Verein gibt genau diesen Menschen neuen Lebensmut. Heute würde diese Vogtländische Initiative für Teilhabe und aktives Leben e.V. (kurz Vital) den zehnten Geburtstag feiern. "Unsere geplante Veranstaltung zum zehnjährigen Bestehen des Vital e.V. müssen wir leider auf Grund der gegenwärtigen Corona-Umstände und den geltenden Vorschriften absagen. Das tut uns sehr leid, wir alle hatten uns auf eine schöne Feier gefreut", schreiben die drei Vereinsmitarbeiterinnen Stefanie Wolf, Franziska Borck und Christine Reinhold. Sie versprechen: "Diese Veranstaltung werden wir nachholen, wenn sich die derzeitige Situation beruhigt hat. Den neuen Termin werden wir natürlich rechtzeitig bekanntgeben. Euch bis dahin alles Gute und vor allem bleibt gesund", übermittelt die Geschäftsstelle herzliche Grüße an die mittlerweile 130 Vereinsangehörigen. Im Vital e.V. tummeln sich jede Menge bemerkenswerte Einzelschicksale.

 

Dr. Erich Rieger hat den Verein ins Leben gerufen

Depressionen und Suizidgedanken prägten zum Beispiel das Leben von Steffen Marquardt. Er wollte sich vor 16 Jahren das Leben nehmen. Denn der Plauener erlitt zuvor einen ganz schweren Schlaganfall, eine Stammhirnblutung. "Margy" musste neu schlucken lernen. Nicht einmal seinen Rollstuhl konnte er danach alleine fortbewegen. Doch dann begann das Kämpferherz in ihm neu zu schlagen. Heute ist der 57-Jährige der Vorsitzende des Vital-Vereins, der im Jahr 2010 von Dr. Erich Rieger ins Leben gerufen wurde. Der Mediziner aus Würzburg ist selbst Schlaganfallbetroffener und er erkannte, dass es vogtlandweit einen Bedarf gibt. Denn um Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen kümmerte sich zuvor niemand. Doch zurück zu Steffen Marquardt. Er war in seinem ersten Lebensabschnitt Kesselwärter, Programmierer für Industrieanlagen und Produktionshelfer. Und der damals angesagte DJ hatte im Szenelokal "The Ranch" auf der Eugen-Fritsch-Straße in Plauen immer wieder die Nacht zum Tag gemacht. Dann war für den Hobbymusiker vom einen auf den anderen Tag Schluss. Heute gibt Steffen sogar Seminare. Der Vogtländer hilft Betroffenen, aber auch gesunden Menschen, den richtigen Weg zu finden.

 

Anlaufstelle für Menschen mit einer erworbenen Hirnschädigung

Hintergrund: Die Vogtländische Initiative für Teilhabe und Aktives Leben ist Ansprechpartner für Menschen mit einer erworbenen Hirnschädigung, also nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder Hirntumor und sie hilft auch deren Angehörigen. Der Verein betreibt eine Geschäftsstelle im Kopfhaus in Plauen. Im Internet gibt es weitere Informationen.