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Völlig irre: SR2-Freunde sind an die Ostsee gefahren!

Tour Musketiere tuckern von Lauterbach im Vogtland nach Lauterbach auf Rügen

Lauterbach/Triebel. 

Lauterbach/Triebel. Das SR2 ist das Kultmoped des Ostens. Dieses Suhler Kleinkraftrad wird auch von den Jüngeren verehrt und gehuldigt. Aus dem Oelsnitzer Ortsteil Lauterbach meldeten sich jetzt vier Musketiere, die erst vor ein paar Wochen von ihrer "Rügenrundreise 2021" zurückgekehrt sind. Völlig verrückt: Die Asphaltritter waren allen Ernstes mit ihren Mopeds "639 Kilometer hoch an die Ostsee gefahren, um dann auf Rügen eine Runde zu drehen", lachen Jan Dotzauer (44), Jens Zimmer (44), Thomas Beck (44) und Thomas Hassler (43). Am Ende kamen 850 Kilometer zusammen. Was die Vier erlebt haben? Das erzählt die flotte Spaßbrigade kurz und knackig!

"Es sind doch nur vier Tage Fahrzeit bis Kap Arkona!"

Dieser kleine SR-Stammtisch trifft sich immer montags im schönen Triebel. Genau dort wurde aus einer Schnapsidee etwas Greifbares. "Es sind doch nur vier Tage Fahrzeit. Warum soll man nicht mit einem SR2 von Kürbitz bis nach Kap Arkona fahren können?" Solche Fragen können eigentlich nur in Kürbitz aufkommen. Das Vogtland-Dorf ist bekanntlich durch sein alljährliches SR2-Treffen inklusive Löwenspektakel zum Zweirad-Mekka geworden. An einem Dienstag nach Pfingsten war es dann so weit. Sie hatten schwer aufmunitioniert. Drei Hänger voller Ersatzteile gingen im Schlepptau mit auf die Reise. "Genau das war unser Gewinner", feiert Jan Dotzauer diesen Schachzug. Denn im Schnitt tüftelte das Quartett pro Tag zwei Stunden an den Maschinen. Regen, Hagel, Kälte und dann auch noch unfassbare Holperpisten im Norden setzten den historischen Fahrzeugen zu. Für alle jüngeren Leser: Das SR2 bedeutet "Simson-Rheinmetall" und dieses Kleinkraftrad wurde von 1957 an über 900.000 Mal verkauft. Die Originalfahrzeuge bringen esmit Kickstarter und Fahrradpedalen auf eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h.

Fotos von der Erlebnistour gibt's hier in der Bildergalerie

Die rollende Werkstatt erwies der Göltzschtalbrücke auf Netzschkauer Flur noch einen letzten Gruß. Dann waren die Abenteurer on Tour. "Das Wetter war hundsmiserabel. Und wir haben einen Auspuff verloren, hatten einen Achsbruch zu beklagen und unsere Hintern kennen inzwischen den Kehrschaufelmythos. Aber es hat trotzdem irgendwie Spaß gemacht." Über die Zwischenstation im nordsächsischen Torgau erreichte man die legendäre Siedlung in Wandlitz, wo einst nahe Berlin die politische DDR-Elite abgeschottet vom Rest des Volkes lebte. "Nach dem Besuch bei den Honeckers ging es durch die Brandenburger Pampa nach Jarmen und von dort weiter Richtung Stralsund", berichtet das motorisierte Vogtlandquartett. Die Hände waren eingeschlafen. Die Füße kribbelten genauso. Doch dann breitete die Ostsee ihre Arme aus und empfing Jan Dotzauer, Jens Zimmer, Thomas Beck und Thomas Hassler mit einer steifen Brise. Bilder von der wunderbaren Erlebnistour dieser vier Pioniere gibt es hier in der Fotogalerie.

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