Größte Ziegelsteinbrücke der Welt wird fitgemacht für Touristen

Göltzschtalbrücke im Vogtland soll durch Investitionen an Bedeutung gewinnen

Reichenbach/V

„Die Göltzschtalbrücke soll weiter an Bedeutung gewinnen und so mehr Touristen in die Region locken“, wünscht sich Andreas Heinz. Auch der zweitdienstälteste Landtagsabgeordnete macht sich stark für dieses bedeutende Viadukt. Viel zu lange hinkte das Wahrzeichen seinem eigentlichen Stellenwert hinterher. Noch fehlt die Infrastruktur ringsum die größte Ziegelsteinbrücke der Welt. Doch man spürt die Zuversicht bei den Protagonisten vor Ort. So freute sich die Vereinsvorsitzende Christa Trommer vom Fremdenverkehrsverein „Nördliches Vogtland“ e.V. über die 100 Gäste, die zum 180. Jahrestag der Grundsteinlegung gekommen waren.

1.000 Interessierte waren vor 180 Jahren dabei

Der symbolische Akt von 1846 war bedeutsam. In das bis dahin so beschaulich-idyllische Tal pilgerten seinerzeit 1.000 Interessierte. Keiner konnte sich so richtig vorstellen, wie die Ingenieure das Göltzschal auf 574 Metern „überbrücken“ wollten. Christa Trommer weiß: „Pfingsten 1846 wurde der erste Stein verlegt. Es folgten 26 Millionen weitere Ziegelsteine. Sogar der Flusslauf der Göltzsch musste angepasst werden.“ Von nun an war das stille Tal lebendig. Fünf Jahre später wurde die Lücke geschlossen zwischen den Eisenbahnverbindungen Nürnberg - Plauen und Dresden - Reichenbach.

30 Millionen Euro für die Infrastruktur ringsum

Mike Purfürst betont als Bürgermeister der Stadt Netzschkau: „Das Gesamtinvestitionsvolumen des Projektes beläuft sich auf 30 Millionen Euro und die Umsetzung ist in mehreren Schritten geplant.“ Andreas Heinz ist sich „darüber im Klaren, dass wir auch versuchen müssen, die neue Infrastruktur um die Göltzschtalbrücke im Masterplan Südwestsachsen zu integrieren, um auch über diesen Weg eine Finanzierung zu ermöglichen“, so der CDU-Politiker.

Jetzt geht‘s vorwärts

Die beiden Kommunen Reichenbach und Netzschkau kündigten in dieser Woche gemeinsam mit der Berliner Agentur Mascontour ein Maßnahmenpaket an. Landrat Thomas Hennig (Vorsitzender des Tourismusverbandes Vogtland e.V.), Eike Döblitz (Referatsleiter im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus) sowie Andrea Kis (Direktorin des Landestourismusverbandes Sachsen) und Dr. Andreas Kraus (Geschäftsführer des Tourismusverbandes Vogtland) unterstützen das Vorhaben.

Künftig mehr als nur ein Fotostop

Ziel des Konzepts ist es, die Geländeflächen rund um die weltgrößte Ziegelsteinbrücke zu einem ganzjährig erlebbaren Tourismusmagneten zu entwickeln. In den ersten Veröffentlichungen heißt es: „Die Brücke, bislang vor allem als Fotostop bekannt, soll sich zu einem lebendigen Erlebnisraum mit regionaler und internationaler Strahlkraft wandeln. Interaktive Ausstellungen, digitale Erlebnisformate, Veranstaltungen sowie naturnahe Aufenthaltsbereiche sollen Besucher zum Verweilen, Entdecken und Wiederkommen einladen.“

Ein Leuchtturmprojekt

Das Konzept umfasst auch eine spektakuläre Zipline-Anlage und Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur sowie eine gezielte Marketingstrategie. Eine Zipline-Anlage ist eine Seilrutsche, die als aufregende Freizeitaktivität genutzt wird. Ziel ist es, die Göltzschtalbrücke als touristisches Leuchtturmprojekt im Freistaat Sachsen zu positionieren. Das Gesamtinvestitionsvolumen des Projektes beläuft sich auf 30 Millionen Euro und die Umsetzung ist in mehreren Schritten geplant.

Mehrere Entwicklungsbausteine

Die durch die beiden Kommunen Reichenbach und Netzschkau gemeinsam mit der Berliner Agentur Mascontour erarbeitete Konzeption bildet die strategische Grundlage für die zukünftige touristische Entwicklung rund um das Wahrzeichen des Vogtlands. Sie zeigt konkrete Entwicklungsbausteine für das Göltzschtalbrückengelände auf – darunter die mögliche Entwicklung eines Besucherzentrums, neue Übernachtungsmöglichkeiten, erlebnisorientierte Aufenthaltsbereiche sowie ein besonderes abenteuerliches Highlight mit überregionaler Strahlkraft.

Ab wann gibt es den Göltzschtalbrücken-Whisky?

Die Göltzschtalbrücke wurde am 15. Juli 1851 erstmals befahren. Der Netzschkauer Bürgermeister Mike Purfürst hat angekündigt, dass zu diesem Anlass der Verkauf des limitierten Göltzschtalbrücken-Whiskys beginnt. Informationen dazu folgen. Die Brücke überspannt das Tal der Göltzsch zwischen Mylau und Netzschkau mit zahlreichen Pfeilern und 81 Bögen in vier Etagen.

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