Volk geht auf die Straße

Protestbewegung Zahl der Unzufriedenen und Demonstranten steigt

Für die meisten Vogtländer ist der 25. Tag der deutschen Einheit wirklich ein Feiertag. Doch zugleich findet inzwischen auch im Vogtland eine Demonstration nach der anderen statt. "Unsere Politiker haben dafür gesorgt, dass sich ein ganzes Land unwohl fühlt in seiner Haut. Da will man nicht feiern", ließ Andrea Leistner ihren Gefühlen freien Lauf. Die Reichenbacherin wollte eigentlich nur einkaufen gehen, als sie vor dem Neuberinhaus auf diese aufgebrachte Menge traf. Dort tagte vergangene Woche der Kreistag, der im sozialen Bereich viel Geld sparen will. Betroffen wären die freien Träger einer Region, in der aufgrund der niedrigen Löhne das Thema Armut kein Fremdwort ist. "Wenn ich sehe, dass hier studierte Sozialpädagogen protestieren, muss ich mich für mein Vogtland schämen", bahnte sich die Einzelhandelskauffrau den Weg vorbei an den 150 Streetworkern. Nur drei Tage später formierten sich in Plauen gleich 2.000 Menschen (Polizeiangabe). Beim Blick durch die Menge fiel auf, dass nun Vogtländer auf die Straße gehen, die sich nicht nach rechts oder links orientieren. Die von Michael Oheim angeführte Protest-Bewegung "Wir sind Deutschland - nur gemeinsam sind wir stark" distanziert sich entschieden von Extremismus, Hassparolen und Radikalismus. Demo-Teilnehmerin Katrin Fuchs: "Ich bin vor 25 Jahren auf die Straße gegangen, weil meine Regierung mich nicht verstanden hat. Jetzt muss ich wieder auf die Straße." Im Vogtland schimpfen immer mehr Menschen ganz offen über die planlose Asylbewerber-Politik. Sie fordern zudem die Kommunalpolitiker auf, mehr für das Volk zu tun. kare