Vom Oma-Geburtstag zum "Held des Tages"

Handball SV 04 Oberlosa besiegt den HC Glauchau/Meerane ganz knapp

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Jan Leppert (links) ist als Ersatztorwart für Max Flämig (rechts) eingesprungen. Max hatte sich beim Aufwärmen verletzt. Foto: Karsten Repert

Plauen. Vollkommen verrückt war das, was sich am Samstagabend beim Handball-Oberligaspiel zwischen dem SV 04 Oberlosa und dem HC Glauchau/Meerane zugetragen hat. Am Ende stand es 25:24 (14:13).

Torwart Max Flämig fällt kurz vor Spielbeginn aus

Verrückt deshalb, weil der "Held des Tages" 30 Minuten vor Spielbeginn beim Oma-Geburtstag auf dem Sofa saß. Dann klingelte das Telefon von Jan Leppert. "Mir wurde gesagt, dass sich Torwart Max Flämig beim Aufwärmen verletzt hat und ich wurde gefragt, ob ich nicht einspringen kann." Weil der Konstruktionsmechaniker am Vormittag auch noch in der Firma arbeiten musste, war dessen Spielvorbereitung quasi eine Katastrophe. "Nur Alkohol war zum Glück nicht im Spiel. Den habe ich bei Oma Helga genauso verpasst wie das Abendbrot."

Das Spiel lief schon, als Jan Leppert eintraf

Während der 28-jährige Jan Leppert schnell nach Hause düste, um seine Tasche zu packen, erlebten 466 Zuschauer in der Kurt-Helbig-Sporthalle einen pausenlosen Krimi. In dem hat der SV 04 Oberlosa zwar den Gäste-Torhüter Ludek Kylisek (16 Paraden) berühmt geschossen, andererseits aber machten die Plauener insgesamt ein gutes Spiel. "Wir haben es leider nie geschafft, unsere Führung konsequent auszubauen", stellte Abwehrmann Torsten Wetzel fest.

So erkämpfte sich der Gastgeber im allgemeinen Hin und Her elfmal die Ein-Tore-Führung. Der HC Glauchau/Meerane führte dagegen in den gesamten 60 Minuten nur am Anfang (0:1/1:2/2:3). Bis zum 17:16 (40.) ging das so. Dann kam Ersatztorwart Jan Leppert und parierte zwei Glauchauer Siebenmeter. Oberlosa konnte sich so leicht absetzen auf 19:16 und nach drei weiteren Leppert-Paraden führten die Plauener 81 Sekunden vor Schluss 24:21.

Bis zum Schluss wurde gezittert

Vollkommen verrückt war auch, dass die Gäste in der noch turbulenteren Schlussphase nicht nur auf 25:24 verkürzten: Acht Sekunden vor Schluss kam der Tabellenletzte sogar noch in Ballbesitz. "Zum Glück ist der folgende Freiwurf von der Mauer abgefangen wurden. Ich würde mir ruhigere Begegnungen wünschen, wobei ich diese Herzinfarkt-Spiele gerne in Kauf nehme, wenn wir gewinnen", atmete SV-Trainer Petr Hazl auf. Jan Leppert wurde natürlich zum "Man of the Match" gewählt und mit Sternquell-Bier ausgezeichnet. Dann ging es schnell wieder zurück nach Reusa zur Oma von seiner Freundin. Denn Oma Helga hatte das Abendbrot natürlich warm gehalten.

Statistik

SV 04 Oberlosa: Klaus, Leppert; Wetzel (1 Tor), Weikert (1), Roth (3), Trommer-Ernst, Mertig (4), Gaida, Richter (3), Lesak (1), Duschek (5), Hertel (4), Kolomaznik (3/ davon 2 Siebenmeter)

Zuschauer: 466