Vom Sari in die Pflege: Wie eine junge Inderin im Vogtland ihr großes Glück fand

Vom indischen Literaturstudium zur Pflege-Bravour im Vogtland: Die bewegende Geschichte von Christina Pankras, die zeigt, dass es sich lohnt, für seine Träume die Sprache und das Land zu wechseln.

Rodewisch

Ihre Kollegen in der Seniorenresidenz in Rodewisch kennen sie eher in Arbeitskleidung, denn Christina Pankras ist als Pflegefachkraft tätig. Zu besonderen Anlässen, wie jetzt beim Hausgeburtstag der Einrichtung, trägt sie schon mal einen schmucken Sari und tanzt, wie sie es aus ihrer Heimat kennt. Die junge Frau kommt aus Südindien und hatte eigentlich einen anderen Lebensplan.

 

Ein Schicksalsschlag ändert alles

"Nach der zwölften Klasse habe ich insgesamt fünf Jahre englische Sprache und Literatur studiert, ich wollte Lehrerin werden. Das war mein Traum."

Doch dann kam Corona. "Meine Oma ist daran gestorben, ich hatte sie gepflegt, war oft bei ihr im Krankenhaus." Diese Erfahrung hat Christina Pankras‘ Leben verändert. Sie hat gesehen, wie wichtig die Arbeit mit Menschen ist.

 

Der mutige Schritt nach Deutschland

Warum sie nach Deutschland gekommen ist? "Meine Tante ist katholische Ordensschwester, lebt seit 34 Jahren in der Nähe von Düsseldorf und hat mir viel von Deutschland erzählt." Dass man eine Ausbildung machen kann und eine Vergütung bekommt. "Ich habe ein Jahr intensiv die deutsche Sprache gelernt, die B2-Prüfung abgelegt." Über die Plauener Berufsfachschule WBS bekam sie Angebote, auch von der Seniorenresident Rodewisch.

 

Mit Motivation gegen das Heimweh

"Ich hatte ein Gespräch mit Frau Bausdorf und habe gleiche die Zusage bekommen. Meine Chefin hat meine Motivation gesehen." Dennoch war der Anfang schwer für die junge Inderin. "Ich hatte Heimweh. Ich habe Vokabeln gelernt, wollte nicht aufgeben." Vom Arbeitgeber erhielt sie Unterstützung. Voriges Jahr im August hat sie mit Bravour ihre Ausbildung zur Pflegefachkraft absolviert.

 

Angekommen im Vogtland

"Ich bin glücklich und meine Familie ist stolz auf mich." Jetzt ist ihr Ehemann nachgekommen und wohnt im Vogtland. "Deutschland ist meine zweite Heimat geworden und die Pflege ist Berufung für mich", sagt Christina Pankras. Sie geht gerne ins Café, in die Natur und in die katholische Kirche in Auerbach. Die junge Frau will mit ihrer Geschichte anderen Menschen Mut machen.

 

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Auch interessant für dich