Vom Todesstreifen zur Lebenslinie

Abenteuer Vogtland-Premiere von Goldsteins Vortrag im Weischlitzer Globus-Markt

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Mario Goldstein übergibt den symbolischen Spendescheck an Monika Müller und Sabine Radl (re.). Foto Thomas Voigt

Weischlitz/Schleiz. Sichtlich gerührt kauert Mario Goldstein am ehemaligen Todesstreifen der innerdeutschen Grenze. "Ich hab mich nie hierher getraut", gab der Vogtländer mit zittriger Stimme zu. So haben ihn die Menschen, die ihn kennen, noch nie erlebt. Am Montag verfolgten sie im Globus-Markt seine neueste Reportage "Abenteuer Grünes Band - Vom Todesstreifen zur Lebenslinie".

Viele Erlebnisse während der Reise

Erstmals lief der Vortrag im Vogtland. Im Sommer 2016 durchwanderte Goldstein den gesamten Abschnitt entlang des Eiserenen Vorhangs - heute Grünes Band - in Thüringen. Es war auch eine Begegnung mit seiner eigenen Geschichte. Als Jugendlicher wagte er einen Fluchtversuch und scheiterte. Unterwegs begegnete Goldstein unter anderem Aussteigern aus der Großstadt, Naturschützern und einer Rentnerin, deren Dorf aufgrund des Grenzverlaufs dem Erdboden gleich gemacht wurde.

Die Erinnerungen eines DDR-Flüchtlings, der seinen erfolgreichen Grenzdurchbruch schilderte, gingen genauso unter die Haut wie das Treffen mit einem ehemaligen Grenzsoldaten. Die faszinierende Natur, die sich rund um den Todesstreifen entwickeln konnte, kam in der Reportage nicht zu kurz. Abseits des alten Betonplattenweges der DDR-Grenzsicherung fing die Kamera zauberhafte Landschaften mit seltenen Pflanzen und Tieren ein. Dazwischen ragten die letzten erhaltenen Grenztürme wie Mahnmale in den Himmel.

Spende an Frauen-Organisation

Im Mai dieses Jahres will Goldstein seine Grenz-Tour in Richtung Ostsee fortsetzen. Bevor die Besucher Goldsteins Tour auf der Videowand verfolgten, freuten sich Monika Müller und Sabine Radl über einen Spendenscheck in Höhe von über 600 Euro. Die seit 2012 bestehende Frauen-Gruppe fertig im "Quartier 30" in Plauen spezielle herzförmige Kissen für Patientinnen nach einer Brust-OP an. Fachärzte und Betroffenen wissen um ihre schmerzlindernde Wirkung. Gesammelt und verteilt werden sie im Brustzentrum des Rodewischer Klinikums Obergöltzsch.

Tipp: Goldsteins neueste Reportage steht am 2. März (19.30 Uhr) in der Schleizer Wisentahalle im Programm.