Von Prunk und Pracht am Greizer Hof

Ausstellung Eine Zeitreise ins 19. Jahrhundert

von-prunk-und-pracht-am-greizer-hof
Die Festtafel vor den Lakaien. Rainer Koch zeigt sie. Foto: Simone Zeh

Greiz. Die gegenwärtige Sonderausstellung im Museum im Unteren Schloss Greiz thematisiert Inthronisationen, Staatsempfänge, Dienstjubiläen des Fürsten sowie Geburten, Taufen, Vermählungen und Beisetzungen im Fürstenhaus im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Dabei richtet sich der Blick auf die Hofhaltung und die Protagonisten des fürstlichen Glanzes sowie auf das fast vergessene Dienstpersonal. Alle Festlichkeiten waren durch Kleider- und Tischordnungen geregelt, um den Beteiligten eventuelle Peinlichkeiten zu ersparen.

Geplant, bis ins kleinste Detail

Für jeden einzelnen Anlass wurde genau festgelegt und veröffentlicht, wer wann erscheinen durfte. Es war vorgeschrieben, welche Uniformen, Kleider oder sonstige Garderobe getragen werden musste, ob Schmuck angelegt werden durfte.

Viele Dokumente, die die damalige Hofhaltung aufzeigen, sind im Schloss Greiz bis heute erhalten geblieben. Da geht es um die Gestaltung der Festtafel etwa zu Hochzeiten, Taufen oder sonstigen feierlichen Anlässe. "Das festliche Speisen nahm eine besondere Rolle ein", sagt Museumsdirektor Rainer Koch.

Die Spitze des Greizer Hofs

Der fürstlich reussische Hofmarschall, in dessen Funktion Exzellenz Alfred Freiherr Titz von Titzenhofer von 1887 bis 1920 tätig war, stand am Hof in Greiz an der Spitze des Bedienstetenapparates. Unter seiner Regie waren etwa Kammerdiener, Leibjäger, Kammerfrau und Gouvernante, die Lakaien, Mundköche bis hin zu Garderobiere und Zimmermädchen tätig.

"Er musste alles organisieren, der gesamte Hof stand ihm unter", so Koch. Auch die fürstliche Hofmarschalldirektion, zu welcher etwa Hoftierarzt, Leibkutscher und Heubinder gehörten, und die fürstliche Parkdirektion mit Garteninspektor, Obergärtner und Gärtnergehilfen.