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Von wegen Schließung! Expert-Müller investiert in Reichenbach 30.000 Euro

Nachgefragt BLICK-Reporter ist den Gerüchten auf den Grund gegangen

Reichenbach. 

Reichenbach. In der Gerüchteküche hatte es gebrodelt. Expert-Müller könnte womöglich schließen. Diese Vermutung machte in Reichenbach die Runde. Denn Unternehmer Bernd Müller (61) hatte bereits die Elektronikmärkte in Pirna sowie Freital abgegeben und das Geschäft in Auerbach geschlossen.

"Als letztes ist dann Reichenbach dran", mutmaßten die Bürger in der Neuberinstadt. Der BLICK-Reporter ist der Sache auf den Grund gegangen und hat genau das Gegenteil zu hören bekommen. "Wir haben gerade erst 30.000 Euro investiert. Das tut man als Kaufmann nicht, wenn die Schließung im Raum steht", lacht Bernd Müller, der natürlich von den Gerüchten um sein Geschäft Wind bekommen hat.

Bernd Müller war der erste ostdeutsche Expert-Händler

Aber was ist passiert? Weshalb hat der Reichenbacher Unternehmer drei von vier Häusern aufgegeben? "Es ist ganz einfach. In Freital und Pirna hat sich mir die Chance geboten, die Märkte in gute Hände abzugeben. Jetzt muss ich nicht mehr so viel Zeit auf der Autobahn verbringen", schmunzelt der Diplom-Ingenieur. Vor 28 Jahren war Bernd Müller aus dem elterlichen Betrieb heraus selbst ins Unternehmertum gegangen. Dass der erste ostdeutsche Expert-Händler auch heute noch existiert zeigt, welch kaufmännisches Geschick dieser Herr Müller mitbringt.

Nur in Auerbach war einfach nichts mehr zu machen. "Wir haben dort durch veränderte Kundenströme gegen einen Standort-Nachteil kämpfen müssen. Und wenn es keine positive Prognose gibt, dann ist der geordnete Rückzug besser, als defizitäre Geschäfte", betont Bernd Müller.

In Reichenbach seit 65 Jahren erfolgreich

In seiner Heimatstadt Reichenbach hingegen muss sich keiner um die Zukunft von Expert-Müller Sorgen machen. "Wir haben 25 Meter Ladenbau modernisiert. Für die Auslieferung wurde ein moderner Transporter gekauft und zudem ein elektrischer Treppensteiger für Großgeräte angeschafft", berichtet Bernd Müller. Er war 1983 in die Fußstapfen von Vati Günther und Mutti Liane getreten und bei Radio-Müller eingestiegen. 1953 ging dieses Geschäft in Reichenbach "auf Sendung". Damals eröffnete man Am Graben. Und das heißt zugleich, dass dieser Familienbetrieb bereits auf 65 Jahre zurückschauen kann.

Bis zu 50 Mitarbeiter wurden beschäftigt

Die Geschichte von Bernd Müller ist sogar ein Stück weit spektakulär. Denn der erste Expert-Händler Ostdeutschlands (Händlernummer 301) startete als Zwei-Mann-Betrieb auf 60 Quadratmetern. Danach wurde die Bahnhofstraße 17 ausgebaut und heute stehen 600 Quadratmeter zur Verfügung. In der Spitze beschäftigte Bernd Müller an den vier Standorten insgesamt 50 Mitarbeiter.

"Hinter uns liegen 28 anstrengende Jahre und vor uns sicher auch einige Herausforderungen. Ich möchte heute die Gelegenheit nutzen, um mich bei allen Mitarbeitern für deren Fleiß und das große Engagement bedanken." Wer sich im Einzelhandel rückblickend umschaut, wird eines feststellen: Hunderte Händler im Vogtland hat Expert-Müller überlebt. Solch eine Institution macht nicht einfach so den Laden dicht.



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