Vor den Nazis versteckt

Zeitzeuge Amerikaner erzählt seine Geschichte

Reichenbach. Zeitzeugen machen Geschichte authentisch. Die Sächsischen Israelfreunde laden am Sonntag (19 Uhr) ins Veranstaltungsforum an der Wiesenstraße 62 ein. Im Mittelpunkt des Abends steht Michael Stolowitzky. Der heute in den USA lebende Gast war Verfolgter des Nazi-Regimes. Seine Familie ist im Holocaust umgekommen. Sein Überleben grenzt an ein Wunder. Doch darüber hat er Jahrzehntelang nie gesprochen. Allerletzten Anstoß, das Vergangene aufzuarbeiten, gab ihm vielleicht der israelische Anwalt, Journalist und Buchautor Ram Oren. Ihm erzählte Stolowitzky seine Geschichte. Der Israeli machte sie zum Inhalt seines neuen Buches. Besucher erwartet eine Geschichte mit dramatischen Wendungen, die unter die Haut geht. Als die Nazis in Polen einmarschieren, ist Stolowitzkys Vater gerade geschäftlich in Paris. Ihm gelingt es nicht mehr, seine Familie aus dem besetzten Warschau herauszuholen. Er selbst wird in Auschwitz ermordet. Dieses Schicksal drohte auch dem dreijährigen Sohn. Als jüdisches Kind hätte er ins Warschauer Ghetto ziehen müssen. Doch davor bewahrt ihn Gertruda, die fromme katholische Kinderfrau der Stolowitzkys. Sie gibt den Jungen als ihr eigenes Kind aus und rettet ihn.