Vorläufer des Karnevals gab's schon vor 5000 Jahren

Geschichte Erst überschüttete man sich mit Rosen, später wurde daraus Konfetti

Weischlitz. 

Weischlitz. Die Vorläufer des Karnevals wurden übrigens bereits vor 5000 Jahren im Zweistromland gefeiert. Eine altbabylonische Inschrift aus dem 3. Jahrtausend vor Christi gibt Kunde davon, dass unter dem Priesterkönig Gudea ein siebentägiges Fest gefeiert wurde, nach Neujahr als symbolische Hochzeit zwischen Gott und Volk.

Die Inschrift besagt: "Kein Getreide wird an diesen Tagen gemahlen. Die Sklavin ist der Herrin gleichgestellt und der Sklave an seines Herren Seite. Die Mächtige und der Niedere sind gleich geachtet."

Dieses Gleichheitsprinzip bei den ausgelassenen Festen in der Zeit vom 11.11. bis Aschermittwoch ist bis heute ein charakteristisches Merkmal der so genannten "fünften Jahreszeit". Auch zu Zeiten des Römischen Reiches lassen sich Feste nachweisen, die meist mit dem Erwachen der Natur im Frühling in Zusammenhang stehen. Jedermann aus jeder Gesellschaftsschicht war eingeladen. Hinrichtungen wurden ausgesetzt, Sklaven und Herren tauschten zeitweise die Rollen, feierten und saßen gemeinsam "myrtenbekränzt" bei Tische. Sie tranken und aßen nach Herzenslust, konnten jedes freie Wort wagen und überschütteten sich mit kleinen Rosen.

Aus den Rosen entstand möglicherweise das in unseren Tagen bekannte Konfetti. So vermuten es jedenfalls die Weischlitzer.