Vorteil funktionierender Netzwerke

IHK-Netzwerk Junge Plauenerin stand nach Firmenpleite im Sommer 2014 vor dem Nichts

Wenn ein Ausbildungsbetrieb mit Lehrzeitbeginn Insolvenz anmeldet, kann eigentlich niemand helfen. "Ich hatte riesiges Glück. Das war wie ein Lottogewinn", erzählt Nancy Magofsky. Ihr ursprünglich ausgewähltes Unternehmen lernte die Plauenerin nie kennen. Die Firma meldete im August 2014 Insolvenz an. Ihr leiser Hilfeschrei kam zum Glück an entscheidender Stelle an. IHK-Geschäftsführer Michael Barth erinnert sich: "In solchen Situationen zeigt sich dann, ob deine Partner auch wirkliche Partner sind." Alle Welt spricht bekanntlich von Netzwerken. Aber zwischen Theorie und Praxis können Welten liegen. Die Industrie- und Handelskammer setzte alle Hebel in Bewegung. Was dann passierte, hätte beinahe niemand erfahren, weil die Beteiligten nicht laut getrommelt, sondern schnell gehandelt haben. Thomas Bär arbeitet bei SGB in Neumark. "Ich habe den Anruf bekommen. Nancy hat sich bei uns vorgestellt. Sie durfte ein Schnellpraktikum absolvieren. Und am 15. September 2014 war Ausbildungsstart", erzählt der kaufmännische Leiter. Hintergrund: Das Unternehmen SGB (www.sgb-smit.com) gehört zu den Top-Arbeitgebern der Region. Der Sächsisch-Bayerische Starkstrom-Gerätebau beschäftigt in Neumark 450 Mitarbeiter (inklusive Leiharbeiter) und bildet derzeit 20 Lehrlinge aus. Über die Hälfte der Belegschaft sind Eigengewächse. Der Industriebetrieb expandiert auf einer Fläche, auf der neun Fußballfelder Platz finden. Ausbildungsleiter Mario Reinhold nickte den ungeplanten Neuzugang ab, obwohl längst alle Ausbildungsplätze vergeben waren. "Ich möchte mich heute bei Herrn Barth, bei Herrn Bär und bei Herrn Reinhold herzlich bedanken", sagt Nancy. Sie ist inzwischen aus dem Kinder- und Jugendheim Jocketa ausgezogen, hat eine eigene Wohnung und fährt Auto. kare