Vorwürfe gegen Elsterbergs Bürgermeister

Streit Um Fall des Technologie- und Industrieparks

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Elsterbergs Bürgermeister Sandro Bauroth besichtigt im April 2016 mit Stadträten und am Bau beteiligten Firmen das zurückgebaute Enka-Gelände. Foto: Thomas Voigt

Elsterberg. Eine geplante Werbetafel an der B 92, die auf den geplanten Technologie- und Industriepark (ehemaliges Enka-Gelände) aufmerksam machen soll, sorgt erneut für Zoff im Elsterberger Stadtrat. Stein des Anstoßes ist die Verzögerung des Bauantrags. Zum jüngsten Bauausschuss eskalierte der Streit.

Vorwurf: der Bürgermeister habe die Öffentlichkeit belogen

Stadtrat Sven Thumstädter (ev.luthr.KG) warf Bürgermeister Sandro Bauroth (FDP) vor, die Öffentlichkeit belogen zu haben. Thumstädter beruft sich auf die Stadtratssitzung im Januar dieses Jahres. Während dieser Sitzung habe Bauroth auf Nachfrage mitgeteilt, dass der Antrag im Landratsamt vorliegt. Tags darauf erkundigte sich Thumstädter im Amt nach dem Stand der Dinge. Am Telefon habe man ihm mitgeteilt, dass der Behörde noch kein Bauantrag aus Elsterberg für eine Werbetafel vorliegt.

Nun erklärte Bauroth, das ihm ein Irrtum unterlief. Aus Sicht des Stadtoberhauptes sei das Ganze sehr unglücklich gelaufen. Die Hektik der Vorweihnachtszeit und der Jahreswechsel habe offensichtlich dazu beigetragen, dass es zu internen Kommunikations-Schwierigkeiten bei der Übermittlung von Daten kam. Er sei davon ausgegangen, dass die Papiere dem Amt vor Weihnachten zugegangen seien. "Es war kein wissentlicher Fehler." Allerdings habe er beim beauftragten Planungsbüro nicht noch einmal explizit nachgehakt.

Es geht um Arbeitsplätze und mehrere Millionen Euro

Für Thumstädter ist die Angelegenheit kein Lapsus. "Das Vertrauen ist erschüttert. Meiner Meinung nach müssen wir jetzt alles hinterfragen." Im Fall des Technologie- und Industrieparks - die Revitalisierung des Betriebsgeländes kostete mehrerer Millionen Euro - ginge es schließlich auch um Arbeitsplätze. Bauroths Aussagen sind ihm zu widersprüchlich. "Als Bürgermeister muss er doch für alle Bauanträge unterschreiben." Inzwischen sind die Dinge im Fluss. Im Bauausschuss wurde das Planungspapier vorgestellt und einstimmig auf den Weg gebracht.