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Chemnitz

War Karl May etwa Plauener?

Literatur Berühmter Schriftsteller durfte vor 158 Jahren Gnadenseminar im Vogtland absolvieren

Plauen. 

Plauen. Man kann es kaum glauben. Es ist aber wahr. Karl May war Plauener. Zumindest für ein Jahr und drei Monate. So lange lebte und lernte der Weltstar der Literaturgeschichte in der Vogtlandmetropole. Der Schriftsteller wurde danach berühmt. Ihm verdanken wir die fantastischen Geschichten von Winnetou und Old Shatterhand.

Seine legendären Reiseerzählungen führten die Leser in den fernen Orient, in die Vereinigten Staaten von Amerika und nach Mexiko. Die weltweite Auflage seiner Werke wird auf 200 Millionen geschätzt. 100 Millionen Bücher davon wurden alleine in Deutschland verkauft. Doch der damalige Popstar der Schreibkultur konnte nicht nur Leute unterhalten. Der 1842 in Ernstthal geborene und 1912 in Radebeul gestorbene Carl Friedrich May hatte auch eine dunkle Seite.

Dem Idol ganz nahe

1856 studierte May nämlich am Lehrerseminar in Waldenburg. Dort hatte er im Januar 1860 sechs Kerzen gestohlen. Ein Unding! Auf dem Gnadenweg wurde ihm ein Weiterstudium am Lehrerseminar in Plauen ermöglicht. Und jetzt kommt Heike Albrecht ins Spiel. Die Erzieherin war von Kindesbeinen an Karl-May-Fan. Doch dass sie als Erwachsene im Kinder- und Jugendhaus eSeF ihrem Idol ganz nahe war, "das habe ich vier Jahre lang nicht gewusst."

Erst 1999 brachte man an der ehemaligen Seminarschule (dem heutigen eSeF) eine Tafel an. Heike Albrecht konnte ihr Glück kaum fassen: "Ich wusste bis dahin nicht, dass Karl May genau dort gelernt hat, wo ich arbeite", berichtet Heike Albrecht. Die heute 56-Jährige hat über 200 verschiedene Karl-May-Bände verschiedener Verlage in ihren Besitz gebracht. Sie gibt die Geschichten vom "Schatz im Silbersee" weiter. 300 Kinder- und Jugendliche betreut sie durchschnittlich pro Woche im eSeF.



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