Was Corona für eine Gemeinde mit 13 Dörfern bedeutet

Politik Virus führt zu Veränderungen in Rosenbach

Rosenbach. 

Rosenbach. Corona bestimmt nach wie vor den Alltag. "Was bewegt uns in Rosenbach?" Michael Frisch, Bürgermeister von Rosenbach, nahm sich des Themas zur jüngsten Gemeinderatssitzung an und fasste zusammen, inwieweit die neue, hochansteckende Infektionskrankheit das Leben in Rosenbach, das heißt, 13 einzelnen Dörfern, bestimmt oder beeinflusst. Dass die Sitzung nicht wie sonst in der Gemeindeverwaltung Mehltheuer, sondern im größeren Höhlenheim Syrau stattfand, um die Abstände zwischen den Menschen besser einzuhalten zu können, war noch die geringste Veränderung. "Es wird voraussichtlich so sein, dass wir hier einige Male sein werden", blickte Frisch schon mal voraus.

Mit Zusammenhalt Schwierigkeiten überstehen

Er hatte frühzeitig dazu aufgerufen, Helfer und Hilfsbedürftige in den Orten zusammenbringen zu wollen: "Macht mit und unterstützt die Nachbarschaftshilfe!" Die Gemeinde trat dabei als Vermittler auf. "Ich glaube an einen gut funktionierenden Zusammenhalt auf dem Lande und dass man die Schwierigkeiten überstehe", hatte der Bürgermeister von Beginn an Mut gemacht.

Ein großes Fragezeichen

Zu den Änderungen: "Wir haben jetzt für alle Mitarbeiter in der Gemeindeverwaltung Schutzmasken, auch für die Feuerwehr." Es stehen Desinfektionsmittel und eine Plexiglaswand bereit. "Wir sind bestens ausgestattet", so der Bürgermeister. Wer in die Verwaltung will, muss allerdings einen Termin vorher ausmachen. "Wie es für uns als Gemeinde weiter geht, das ist das große Fragezeichen." Man müsse mit Steuermindereinahmen rechnen. "Bei der Kitabetreuung wälzt das Land 50 Prozent auf die Kommune ab." Das sei vorher eigentlich anders publiziert worden. "Bis jetzt sind es für uns 30.000 Euro."

Grundschüler in der Kita

In den Kindertagesstätten in Leubnitz, Syrau und Mehltheuer gibt es nach wie vor eine Notversorgung der Kinder, deren Eltern in einem derzeit als relevant bezeichneten Beruf arbeiten. "Täglich kommen mehr Kinder", so Frisch. "Es wird sehr genau geprüft." Das sei wichtig, wenn bei einer möglichen Ansteckung komme man schnell in die Verantwortung. Gewöhnlich gehen in Leubnitz 69 Kinder in den Kindergarten, jetzt sind es 31,88 Prozent. In Mehltheuer liegt die Prozentzahl bei 32,56; normal besuchen 86 Kinder die Einrichtung. Syrau liegt bei 24,30 Prozent, vor Corona gingen hier 107 Kinder in die Betreuung. Die Kinder der vierten Klasse besuchen wieder die Schule in Mehltheuer. "Die Kinder werden ganztägig von den Lehrern unterrichtet und betreut", so Frisch. Die Kinder der Klassen 1 bis 3 gehen in die Kita zur Notversorgung, wo sie betreut werden.

Ein faires Miteinander

Als Problem nannte der Bürgermeister die Reinigung der Häuser. Vor der Öffnung ist alles desinfiziert worden. Vereinbart wurde, dass man 50 Prozent bezahlt in der Zeit der Schließung. Letztlich soll geschaut werden, dass es ein faires Miteinander mit der Reinigungsfirma gibt. So handhabe es auch Weischlitz. Der Bürgermeister hatte sich erkundigt.

Für Waldbad-Öffnung im Mai bereit

Die Kinderspielplätze in den einzelnen Dörfern sind wieder geöffnet. Das Schloss Leubnitz und die Windmühle in Syrau als Sehenswürdigkeiten der Gemeinde laden wieder ein. Die Drachenhöhle Syrau bleibt noch geschlossen. "Im Schloss waren schon die ersten Besucher", konnte der Bürgermeister verkünden. Anders sieht es mit dem Waldbad Rodau aus. "Die Vorbereitungen zur Öffnung sind in vollem Gange. Jetzt überschlägt sich alles. Wenn vielleicht doch im Mai geöffnet werden kann, sind wir bereit." Derzeit aber gebe es noch keine Regelung seitens der Politik.