Was für ein Drama: In der Nachspielzeit platzt der Traum vom Pokalsieg

Benjamin Meschke und Wacker Thun werden trotzdem von 1.000 Fans gefeiert

Bern

Vor 20 Jahren berichtete der BLICK über den Wechsel von Benjamin Meschke zum SC Madgeburg. Zwei Jahrzehnte rackert der Kreisläufer vom SV 04 Oberlosa seitdem auf höchstem Niveau. Leipzig, Erlangen, Stuttgart: Benjamin Meschke hat in der stärksten Handballliga der Welt gespielt. Mit Balingen-Weilstetten und Hamm-Westfalen war er in die Beletage Deutschlands zurückgekehrt. Insgesamt sind es zehn prominente Stationen geworden, die der Plauener Spitzensportler vorweisen kann. Trotz schwerer Verletzungen kam der heute 34-Jährige immer wieder zurück.

Sensation lag in der Luft

Am vergangenen Wochenende stand der Benjamin Meschke im Pokalfinale der Schweiz. Mit Wacker Thun und über 1.000 Fans im Rücken wollte Benny den großen Favoriten stürzen. Der HC Kriens Luzern ging tatsächlich in die Knie. Benny setzte sich fünfmal durch und verwandelte alle fünf Versuche. Dann grenzenloser Jubel auf Thuner Seite: Nino Gruber traf drei Minuten vor Schluss für Wacker zur 32:31-Führung. Die Sensation lag in der Luft.

Benjamin Meschke aus Plauen ist in Thun Antreiber und Führungsspieler

Es ging in diesem Moment auch um die Frage: Kann sich der Vogtländer den großen Traum erfüllen vom Europapokal? Doch Luzern fiel nicht um. Nach 60 Minuten stand es 32:32-Unentschieden. Aber es gab noch einen Siebenmeter für Luzern nach Kreisabwehr der Thuner Deckung. Und diesen Strafwurf verwandelte Luca Sigrist für den HC Kriens nach der Schlusssirene. Luzern gewann somit in der Nachspielzeit und feierte einen mega glücklichen Sieg. Trotz dieser Enttäuschung feierte auch die "grüne Wand" aus Thun ihre Helden. Mittendrin Benjamin Meschke aus Plauen, der in Thun Antreiber und Führungsspieler ist.

Benjamin Meschke ist Banker geworden

Doch der einstige Profi hat inzwischen zwei Leben. Beim Frühstück berichtet Benjamin Meschke am Finaltag von seinem spannenden Job. Er arbeitet in Bern bei einer Schweizer Bank. Die Postfinance ist eine Tochtergesellschaft der staatlichen schweizerischen Post, welche im Privat- und Geschäftskundengeschäft tätig ist und als solches zu den größten Schweizer Finanzinstituten gehört. Es ist ein Vollzeitjob mit Homeoffice-Anteil. Der Profihandballer arbeitet gerade intensiv an seiner beruflichen Zukunft. Er wird wohl hier bleiben, "obwohl ich natürlich gerne in Plauen und im Vogtland bin. Und man soll ja bekanntlich auch nie nie sagen", will er sich noch nicht festlegen.

In Gedanken ein Vogtländer

In seiner vogtländischen Heimat taucht er trotz der über 700 Kilometer Entfernung immer wieder auf. Er ist in Gedanken nach wie vor Vogtländer. Das spürt man auch am großen Finaltag. Beim Vormittagsspaziergang an der Aar sucht der 1,96-Meter-Hüne Ablenkung. Ringsum türmen sich die 3.000 Meter hohen Berge auf. Der Thuner See macht die Menschen hier ganz sanft. Die Schweiz, ganz besonders das Berner Oberland, gehört zu den schönsten Orten Europas.

Der Opa hat es schon vor 20 Jahren gewusst

Gerne würde Benjamin Meschke mit Wacker Thun in den Europapokal einziehen. Ob das jemals klappt, weiß keiner. Aber Opa Siegfried Wolfrum hat vor 20 Jahren schon gesagt: "Der Junge kommt mal ganz groß raus. Das weiß ich." Ob Opa Siggi zum Finale den Himmel über der Schweizer Bergkulisse als Engel aufgerissen hat, um auch mit Handball schauen zu können? Das ist ungewiss. Das Wetter war jedenfalls urplötzlich schön. Schwarz auf Weiß festgeschrieben steht dagegen, dass die Schweizer den Deutschen am Kreis noch mindestens ein, ja vielleicht sogar zwei Jahre spielen sehen wollen. Der Vertrag liegt bereits vor. Die Never Ending Story könnte im letzten Kapitel also sogar noch ein Happy End einbringen. Obwohl Benjamin Meschke aus Plauen eigentlich jetzt schon auf eine großartige sportliche Laufbahn zurückblicken kann. Es geht noch weiter!

 

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