"Weg des Zuhörens und Verstehens gehen"

Demo Dialog zwischen Volk und Politik immer wichtiger

Der Dialog zwischen Volk und Politik wird schwierig. Aber er muss sein. Sonst spitzen sich die Asyl- und die staatskritischen Diskussionen weiter zu. Zu diesem Ergebnis hat der Erkenntnisprozess anscheinend auf beiden Seiten geführt. Sonst gäbe es in diesen Tagen nicht zahlreiche Bürgerangebote. Allerdings ist die Distanz noch deutlich zu spüren. Die Politiker laden beispielsweise zu Diskussionsforen ein, anstatt direkt vor den Demonstranten zu sprechen. Zugleich aber hatte zuletzt die Menge auf dem Altmarkt in Plauen einen etwas anders denkenden Redner durch Gegröle einfach abgewürgt. "Beides finde ich persönlich nicht gut. Wir müssen wirklich lernen, diesen steinigen Weg des Zuhörens und Verstehens zu gehen", sagt Michael Oheim. Der Plauener gilt als Kopf der Bürgerbewegung "Wir sind Deutschland." Am Sonntag werden zur sechsten Demonstration - Beginn diesmal bereits 16 Uhr - wieder Tausende erwartet. "WsD" wird inzwischen von immer mehr Vogtländern als politisch mittig betrachtet. Zugleich aber kritisieren viele Beobachter das verbale Aggressionspotenzial, das dort von der Bühne ins Volk geschickt wird. "Ich kann nur immer wieder betonen: Wir wollen Frieden und Dialog. Aber wir müssen auch Druck machen, weil wir Antworten brauchen", stellt Michael Oheim klar. Kommenden Freitag treten ab 18.30 Uhr die Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas, der Landtagsabgeordnete Sören Vogt und Joachim Otto als stellvertretender Bürgermeister der Stadt Auerbach an. Eingeladen hat die CDU Vogtland an jenem Abend in den Auerbacher Gasthof zur Eiche. Thema: "Dialog Gesellschaft". Bemerkenswert ist, dass es diese neue Veranstaltungsreihe bereits seit Anfang des Jahres gibt. Die Resonanz jetzt dürfte enorm ansteigen. Am 3. November möchte der CDU-Stadtverband unter dem Leitfaden "Mit Bürgern im Gespräch - Dialogforum zu den Sonntagsdemos" ebenso Antworten finden. Die Spannung ist groß, ob es nun wirklich zum Dialog kommt. kare