Weischlitz: Gemeinderat wächst auf "Klassenstärke"

Kommunales Geld vom Freistaat soll Belastungen durch die Eingemeindung abfedern

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Für 30 Gemeinderäte ist im Ratssaal kein Platz mehr. Bürgermeister Steffen Raab empfängt die Räte kommenden Montag in der Weischlitzer Südscheune. Foto: Thomas Voigt

Weischlitz. Seit dem 1. Januar ist es amtlich: Die Gemeinde Reuth wurde in die Gemeinde Weischlitz eingegliedert. Kommenden Montag lädt Bürgermeister Steffen Raab zur ersten gemeinsamen Ratssitzung ein. Mit der Eingliederung kommen elf neue Gemeinderäte aus Reuth dazu. Den Rathaus-Chef mitgerechnet, sind ab jetzt 30 Räte stimmberechtigt.

Aus Platzgründen wird sich der Gemeinderat ab sofort immer in der Südscheune versammeln. Bis zu den Neuwahlen des Rates im Jahr 2019 muss Raab mit dem auf "Klassenstärke"angewachsenen Gremium klarkommen. So neu ist die Situation für ihn allerdings nicht. Als vor sechs Jahren die Burgsteingemeinde nach Weischlitz eingegliedert wurde, war die Situation ähnlich.

Vor der Ratssitzung am Montagabend gab sich Raab betont locker. "Das kriegen wir schon hin." In den Arbeitskreisen, die zur Eingemeindungs-Vereinbarung führten, habe er stets ein gutes Gefühl gehabt. Die Gespräche seien stets ergebnisorientiert verlaufen. "Mit wenig Polemik ging es immer um die Sache", blickte Raab zurück.

Zur Versammlung in der Südscheune wird auch Landrat Rolf Keil (CDU) erwartet. Er werde einen Fördermittelbescheid vom Freistaat mit im Gepäck haben, verriet Raab. Es handle sich um einen Ausgleich, der die finanziellen Belastungen der Gemeinde aufgrund der Eingliederung abfedern soll. Um welche Summen es sich konkret handelt, ließ Raab noch offen.

Mit der Eingemeindung übernimmt Weischlitz auch die Schulden der ehemaligen Nachbargemeinde. Raab verfolgte das Dilemma über Jahre. "Reuth stand am Abgrund." Jetzt müsse man alles mit Bedacht neu ordnen. Der Bürgermeister hat die Prioritäten fest im Blick. "Wir wollen bis spätestens April einen gemeinsamen Haushalt beschließen.