Wenn Eltern ihre Kinder verlieren ...

Kinderhospiz Beratungsdienst Nächstenliebe e.V. macht aufmerksam

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Wenn Eltern ihre Kinder verlieren, brauchen sie ganz viel Kraft und vor allem Hilfe. Foto: Karsten Repert

Auerbach/Plauen. Es ist ein trauriges Thema über das keiner gerne spricht. Aber es ist allgegenwärtig für die Familien, die ein Kind verabschieden müssen. Am 10. Februar ist Weltkinderhospiztag... Im Vogtland ist man deshalb in dieser Woche aktiv. Der Ambulanter Hospiz- und Beratungsdienst Nächstenliebe e.V. hat sich beim BLICK gemeldet.

Anlaufpunkt für Betroffene

Petra Zehe ist die geschäftsführende Koordinatorin des Vereins: "Wir haben uns bereits vor zwei Jahren beteiligt. Damals wurden an Stadt- und Gemeindeverwaltungen Teddybären verteilt, um auf die Kinderhospizarbeit aufmerksam zu machen und um Betroffenen einen Anlaufpunkt zu symbolisieren", erinnert sie sich. In diesem Jahr nun heißt die Aktion "Wir backen Angel-Cookies". Sie wird deutschlandweit zugunsten der Kinderhospizarbeit durchgeführt. Der Erlös kommt der Kinderhospizarbeit im Ambulanten Hospiz- und Beratungsdienst zugute. "Angel" ist zum Symbol des Bundesverbandes Kinderhospiz e.V. geworden, weil ein Mädchen namens Angelina im Alter von 17 Jahren an einem Hirntumor verstarb. Petra berichtet: "Ihr Vati hatte sie mehrere Jahre in ihrer Krankheit - mit allen Höhen und Tiefen - begleitet. Er zerbrach fast an ihrem Tod und brachte sich seither intensiv in die Kinderhospizarbeit ein." Dieser Vati kreierte den "Angel", den es als Schlüsselanhänger, als Malvorlage und in anderen Darstellungen gibt.

Im Vogtland backen die Kinder mit einer Angel-Form Plätzchen. Sie wollen so darauf aufmerksam machen, dass Familien mit kranken Kindern sehr oft nur für ihre Kinder funktionieren. Nächtelang - teils über Jahre - können sie nicht durchschlafen und sie durchleben immer eine Achterbahn der Gefühle. Es geht um Leben und Tod, um Bangen und Hoffen. Das zehrt an den Kräften und nicht wenige zerbrechen daran. Ehen gehen auseinander, Elternteile landen in Psychiatrien, Geschwisterkinder bleiben auf der Strecke, weil sich alles um das kranke Kind dreht. Und dann der Tod: Der nächste Schock. "Obwohl natürlich alle wissen, dass nur eine begrenzte Lebenszeit zu erwarten ist, sind immer alle geschockt", berichtet Petra Zehe aus ihrer Arbeit. Plötzlich fehlt die Aufgabe, die Trauer erdrückt Betroffene und dann wird auch häufig das eigne Leben in Frage gestellt.

Lebensqualität zurückholen

Wenn für solche Familien Entlastung möglich ist - egal in welcher Form - dann hilft das einfach. "Wir wollen mit unseren ausgebildeten ehrenamtlichen Hospizhelfern speziell für Kinder etwas Lebensqualität erhalten oder zurückholen. Ein Lächeln, ein kleine Freude. Da sein, Zeit haben und Zuhören", sagt Petra Zehe. Kinder der Sonntagsschule der Evangelisch- Methodistischen Kirche in Falkenstein unter Leitung von Katharina Kempt haben bereits Plätzchen gebacken und diese in der Kirche verkauft. Der Erlös betrug 50 Euro. An diesem Donnerstag (7. Februar) backen Kinder der KITA Knirpsenland aus Falkenstein gemeinsam mit Senioren aus der K&S Seniorenresidenz in Falkenstein diese Plätzchen. Verkauft werden sie dann am 8. Februar zum Tag der offenen Tür in der KITA. Der Geschäftsführer der PLABACK in Plauen, Herbert Goller, bäckt während der Aktion eigenhändig die Plätzchen und lässt sie in vier Verkaufsstellen in Plauen zugunsten der Kinderhospizarbeit verkaufen.

"Das Geld fließt direkt in unsere begleiteten Familien. Je nach Bedarf und Dringlichkeit wird es gerecht verteilt", teilt der Verein mit. Für weitere Fragen ist Petra Zehe als Koordinatorin des Kinderhospizdienst unter der Rufnummer 0163-6149065 24 Stunden täglich erreichbar. Spenden kann man auch auf das Konto für Kinderhospizarbeit bei der VR Bank.

Spendenkonto

IBAN: DE08 7806 0896 0003 5318 13

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