Wenn Jugendliche nicht mehr leben wollen

Ausbildung Das Kinder- und Jugendtelefon sucht im Vogtland dringend Berater

Plauen. 

Plauen. "Ich will nicht mehr leben!" Diesen Satz hat Dietgard Nekwinda aus Plauen erst letzte Woche von einem Mädchen gehört. Die 49-Jährige geht seit acht Jahren ans Kinder- und Jugendtelefon. Sie gehört zu den 2.600 Beraterinnen und Beratern, die in Deutschland im vergangenen Jahr 276.500 Mal angerufen wurden. In 70.200 registrierten Fällen mussten die Jungs und Mädchen beraten werden. "Die Nummer gegen Kummer" boomt. Vor allem Teenager melden sich, wenn sie sich durch schlechte Noten, Stress zu Hause oder Liebeskummer überfordert fühlen.

Wer die Ausbildung macht, ist fit fürs Leben

Und ausgerechnet jetzt fehlen die ehrenamtlichen Erwachsenen, die sich Zeit nehmen für die Jugend. Dietgard Nekwinda konnte dem Mädchen helfen. Die Gymnasiastin aus einem anderen Bundesland hatte die anonyme Durchwahl 116111 gewählt und erzählte: "Ich kann unmöglich mit meinen Eltern sprechen. Ich gehe in die 11. Klasse und will Psychologie studieren. Aber meine Noten sind so schlecht. Seit Tagen kann ich nichts mehr essen." In solchen Fällen ist es gut, wenn am anderen Ende der Leitung jemand sitzt, der die Ruhe bewahrt. "Unsere Leute haben 100 Unterrichtseinheiten absolviert. Wer diese Ausbildung bei uns macht, der ist fit fürs Leben", sagt Dietgard Nekwinda. Die vierfache Mama hatte einst selbst im Ehrenamt begonnen und arbeitet inzwischen beim Deutschen Kinderschutzbundes (Ortsverband Plauen) als Koordinatorin.

Der nächste Ausbildungskurs zum ehrenamtlichen Berater am Kinder- und Jugendtelefon beginnt am 5. September. Im Vogtland zählte man letztes Jahr 4.000 Anrufe. 1.310 Beratungen wurden von den 20 hiesigen Telefonisten durchgeführt. Wer beim nächsten Kurs mitmachen möchte, der meldet sich bitte bei Dietgard Nekwinda (Telefon 0178 8886318 oder kjt@dksb-plauen.de)