• Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen

Wer versteht die Händler?

Neubau Reichenbacher Schandfleck wird durch neuen Supermarkt ersetzt

Die Ruine sieht schlimm aus. Also packte der Reichenbacher Stadtrat die Chance beim Schopfe. Zwischen Dr.-Külz- und Goethestraße wird Dank eines Investors ein Schandfleck verschwinden. Und in anderthalb Jahren soll bereits ein nagelneuer Supermarkt eröffnen. Das ist von der Sache her gut. Doch scheinbar wird Reichenbach Gewinner und Verlierer zugleich. Sporthändler Werner Reichert: "Supermärkte hat diese Stadt schon lange genug. Ich bin enttäuscht von der Entwicklung der Infrastruktur." Worüber sich der Bürger im schnelllebigen Alltag kaum einen Kopf macht, spricht der Treuener ziemlich kritisch aus: "Anstatt Auerbach als Vorbild zu nehmen, wiederholt Reichenbach die Fehler, die andere Städte derzeit korrigieren." Das Problem: Während der Stadtrat preiswert einen Schandfleck verschwinden lassen kann, kämpfen die Einzelhändler in der City ums Überleben. Marion Burkholdt bestätigte gestern als Vorsitzende des Gewerbevereins Reichenbach: "Wir sind nicht glücklich, wenn noch ein Supermarkt kommt." Werner Reichert fügt hinzu: "Unter uns Händlern macht sich Resignation breit. Ich persönlich bin dabei, über eine Umsiedlung meines Geschäftes an den Stadtrand nachzudenken." Nur ein Beispiel aus dem Vogtland: Heinz Preckel hat als Gewerbezentrum-Experte unter anderem in der Plauener Innenstadt gearbeitet. Der Fachmann aus dem Rheinland sagte dem BLICK auf Nachfrage: "Wir haben vor 15 Jahren in Plauen erkannt, dass der eingeschlagene Weg die Bahnhofstraße als Einkaufsmeile schwächt. Inzwischen versucht man dort, das irgendwie zu reparieren. Damals hörte niemand auf uns." Auch in Reichenbach klagen viele Händler über mangelndes Verständnis... kare