Wichtige IHK-Infos zur Grenzschließung von Tschechien

Corona Nachbarland schließt wegen Pandemie die Grenzen auch für Berufspendler

Plauen. 

Plauen. Für Pendler aus Tschechien, die für die Arbeitsausübung nach Deutschland kommen, gelten ab 26. März 2020 neue Regelungen. "Dann ist nur noch ein Grenzübertritt pro 21 Kalendertage erlaubt. Die tschechische Regierung hat daher deutschen Arbeitgebern empfohlen, für tschechische Arbeitnehmer eine Unterkunft zu organisieren", teilt Sina Krieger mit.

Die Geschäftsführerin der IHK Regionalkammer Plauen betont: "Bei der Grenzüberschreitung nach Deutschland müssen tschechische Arbeitnehmer die Arbeitsbestätigung des deutschen Arbeitgebers und das Pendlerbuch mit den entsprechenden Stempeln vorlegen. Bei Rückkehr nach Tschechien müssen sich zudem Arbeitnehmer zwingend in eine zweiwöchige Quarantäne begeben, die kontrolliert wird", so Krieger.

Kehren tschechische Arbeitnehmer zum zweiten Mal nach Deutschland zurück, ist der Nachweis über die Einhaltung der zweiwöchigen Quarantäne in Tschechien erforderlich.

Arbeitgeber sollten für tschechische Mitarbeiter Unterkünfte organisieren

Die IHK Chemnitz empfiehlt daher ebenfalls, dass Arbeitgeber eine Unterkunft in Deutschland für ihre tschechischen Arbeitskräfte organisieren. "Wir wissen, dass bereits in vielen Unternehmen individuelle Lösungen gesucht und gefunden wurden. Bei einigen Unternehmen, vor allem im oberen Vogtland, fallen große Teile der Belegschaft damit aus", so Sina Krieger."Wir stehen als IHK seit Tagen mit Ministerien auch zu diesem Thema im engen Kontakt, um praktikable Lösungen zu finden", fügt die IHK-Geschäftsführerin hinzu.

Die IHK hat folgende Empfehlungen erarbeitet

Für die Zeit der Abwesenheit der Arbeitnehmer vom Arbeitsplatz können Arbeitgeber wie folgt vorgehen:

 

Der Arbeitgeber beantragt Kurzarbeitergeld und macht hiervon in Zeiten der Abwesenheit bis "Kurzarbeit Null" Gebrauch. Die Zustimmung des Betriebsrates, sofern vorhanden, ist erforderlich oder eine Einverständniserklärung des Arbeitnehmers. Der Arbeitnehmer erhält dann 60 Prozent vom Nettolohn ohne Kind beziehungsweise 67 Prozent vom Nettolohn mit Kind.

 

Falls der Arbeitnehmer aufgrund einer Erkrankung arbeitsunfähig ist, erfolgt die Erstattung der Entgeltfortzahlung durch die Krankenkasse bis zu sechs Wochen wie üblich. Fallen einzelne Beschäftigte aufgrund einer angeordneten Isolation (Quarantäne) durch ein sächsisches Gesundheitsamt aus, ist das Arbeitsentgelt wie bei einer Arbeitsunfähigkeit bis zu sechs Wochen fortzuzahlen (eventuell anschließend Krankengeld).

Auf Antrag kann das fortgezahlte Entgelt erstattet werden. Zum Verfahren beziehungsweise den Voraussetzungen berät das zuständige Gesundheitsamt. Für die Erstattung ist die Landesdirektion Sachsen zuständig. Weitere Informationen sind online zu finden unter: https://www.gesunde.sachsen.de/339.html sowie https://www.lds.sachsen.de/soziales/?ID=15508&art_param=854

 

Sofern eine Tätigkeit im Home Office in Tschechien möglich ist, verbleibt es bei vollständiger Vergütung.

 

Weitere, tagaktuelle Informationen zum Thema - auch für Sonderregelungen für Speditionen und tschechische LKW-Fahrer - sind auf der Internetseite www.chemnitz.ihk24.de (Dok.Nr. 4728186) zu finden.