Wie belastend ist die aktuelle Lage für die Psyche?

Corona-krise Historiker Jean-Curt Röder befasst sich mit psychischen Auswirkungen

Die derzeitige Lage infolge des Corona-Virus ist ernst und sollte nicht unterschätzt werden. Das zeigen vor allem die Statistiken aus anderen Ländern, die zunächst eher sorglos mit der Pandemie umgegangen sind. In Ländern wie Großbritannien und den USA sind Zahl der Corona-Infizierten und die Sterberate deutlich höher als hierzulande.

Zeit raubt den Menschen Lebensqualität

Im Vogtlandkreis sind die Infizierungszahlen nach wie vor vergleichsweise niedrig. Zur Wochenmitte gab es 312 bestätigte Covid-19-Fälle und 162 genesene Personen. Die Zahl der aktuell erkrankten Personen betrug 144. Sechs Todesfälle sind bis dahin zu beklagen.

Doch neben dieser Statistik gibt es noch eine zweite Bilanz. "Die Schutzmaßnahmen kosten die Menschen ganz viel an sozialen Kontakten und Lebensqualität. Wir wissen das", betonte Landrat Rolf Keil zuletzt beim Aktionstag der Vogtland-Gastronomen. Sie dürfen nicht öffnen bislang.

Der Historiker Jean-Curt Röder befasst sich mit den psychischen Auswirkungen, die Krisen auf die Gesellschaft haben. "Vor 95 Jahren wurde in Plauen eine Stadtmission gegründet. Der Andrang nach dem Ersten Weltkrieg und den wirtschaftlichen Folgen war damals enorm. Die Menschen waren seelisch am Ende", hat der 75-Jährige im Archiv seines Vogtländischen Neupert-Verlags nachgelesen. Er selbst erblickte das Licht der Welt, als Plauen nach dem Zweiten Weltkrieg in Schutt und Asche lag.

Der BLICK-Reporter durfte mit Jean-Curt Röder ins Archiv. Bei der Durchsicht der Dokumente kommt man schnell zu dem Schluss, dass Menschen in Krisenzeiten oft sehr ähnlich empfinden.

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