Wie der Kopfnicker aus der Bäckerei ins Reuther Heimathaus kam

Advent "Kumm ner nei!"

Reuth. 

Reuth . Den Advent kann man in Reuth mit Musik und Museumsbesuch erleben. Was Heimatverein, Kirchgemeinde und Familie Hechler gemeinsam alles anbieten. Und warum Kinder früher einen Bogen um den großen Rauschebart in der Bäckerei gelaufen sind.

Wenn alle einen Bogen laufen

Keine Frage, er flößt Respekt ein mit den durchdringend blickenden Augen und dem großen Reißigbesen am Arm. Der große Weihnachtsmann ist ein Hingucker in Hechlers Heimathaus in Reuth. "Der Kopfnicker stand früher in der Reuther Bäckerei", erinnert sich Klaus Hechler vom Heimatmuseum in Reuth. "Schon als Kind waren wir immer mit Ehrfurcht erfüllt, wenn er im Verkaufsraum bei Baumanns stand. Wir sind immer einen kleinen Bogen um rumgelaufen." Das war in den 1960-er Jahren. Das Alter des Rauschebartes, der tatsächlich mit dem Kopf nickt, stößt man ihn leicht an, schätzt Klaus Hechler auf 70 bis 80 Jahre. Er stammt wohl aus der Vor- oder Nachkriegszeit, der Kopf besteht aus Pappmaché. In den vergangenen Jahren stand der Rotkittel dann auch nicht mehr im Laden. Klaus Hechler wollte die in Reuth bekannte Weihnachtsdekoration für sein privates Heimatmuseum im Ort gewinnen, und jetzt hat es geklappt. Erstmals steht der Alte mit dem Rauschebart nun in der Weihnachtsstube, einem von mehr als zehn Räumen des Heimathauses.

"Kumm ner nei"

Unter dem Motto "Kumm ner nei" (vogtländische für: Komm nur herein) präsentiert der Liebhaber nostalgischer Gegenstände aus der Region viele weitere Weihnachtsdekorationen. Da wären die mehrstöckige Holzpyramide mit Szenen aus dem Wald, ein ganz besonderes Stück und die böhmische Gruhlich-Krippe, geschnitzt aus Holz. "Das ist etwas ganz Seltenes." Neben einer Krippe aus dem Raum Lößnitz im Erzgebirge gibt es viele weitere zu sehen, die Maria und Josef sowie Jesus in der Futterkrippe zeigen. Ganz verschiedene Modelleisenbahnen, aus der DDR-Zeit und noch älter, können genauso besichtigt werden wie eine Schlittenbahn mit Windmühle, die mit Motor angetrieben wird. Dazu Weihnachtsberge, Engel, das vogtländische Neunerlei sowie vielerlei historisches Spielzeug.

Adventsveranstaltungen

Am Sonntag, 4. Dezember, wird das ganz auf den Advent eingestellte Heimathaus (Am Wall 2 nahe der Kirche) erstmals wieder öffnen, nachdem voriges die Öffnung kurzfristig wegen der Coronaauflagen abgesagt werden musste. Ab 13 Uhr können Besucher zur Besichtigung kommen. Am dritten Adventswochenende, 10. und 11. Dezember, ist das Museumshaus nochmals jeweils ab 13 Uhr geöffnet. Am Samstag, 10. Dezember, beginnt um 17 Uhr das Weihnachtskonzert in der Reuther Kirche. Es musiziert "Die kleine musikalische Note" mit Piano, Gesang und Violoncello. Einlass ist ab 16.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, um eine Spende für die Kirchgemeinde wird gebeten. Bereits ab 15 Uhr gibt es an diesem Tag Kaffee und Glühwein im Pfarrgarten. Der Heimatverein Reuth 2006 e.V., die Kirchgemeinde und Familie Hechler laden herzlich nach Reuth ein.

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