Wie kann man eine Innenstadt neu beleben?

Wettbewerb Innenminister Markus Ulbig sieht die Politik in der Pflicht

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Blick auf das Plauener Zentrum mit Rathaus. Foto: Oliver Orgs/Pressebüro Repert

Plauen. Die City stirbt. Das kann keiner mehr leugnen. Wie aber kann man eine Innenstadt neu beleben? Die Politik ist zuerst gefragt. Sie muss erkennen, dass der innerstädtische Handel in seiner Jahrhunderte alten Tradition erstmals wirklich in Bedrängnis gerät. Denn jetzt werden die Gewerbetreibenden einer Innenstadt nicht mehr nur vom Einkaufszentrum an der Peripherie oder den großen Handelsketten mit Tiefstpreisen torpediert.

Jetzt kämpfen die kleinen Händler gegen einen imaginären Mitbewerber. Der Internet-Handel boomt. Ganz viele Kleinunternehmer haben schon verloren. Und genau deshalb findet der Preisträger-Wettbewerb "Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen" immer mehr Beachtung. Sachsens Innenminister Markus Ulbig zeichnete als Schirmherr diesen Mittwoch im großen Ratssaal von Plauen die Preisträger des Wettbewerbs aus. Unter dem Motto "Unsere Stadt: Alte Räume - neue Nutzung" hatte eine unabhängige Jury elf herausragende Projekte aus 21 Anträgen ausgewählt.

Ulbig lobt das Engagement privater Initativen

Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 115.000 Euro vergeben. Der erste Preis und damit 30.000 Euro gingen an die Stadt Rodewisch und das Projekt "Neue Mitte - selbst gemacht". Zweite Preise und jeweils 20.000 Euro erhielten Radeberg (Landkreis Bautzen) und Lugau (Erzgebirgskreis). Der dritte Preis mit 10.000 Euro wurde der Stadt Görlitz verliehen.

Innenminister Markus Ulbig ließ vor 100 Gästen während der Abschlussveranstaltung aufhorchen: "Besonders erfreulich ist das Engagement privater Initiativen. Sie tragen dazu bei, dass unsere Stadtzentren aufgewertet und mit Leben erfüllt werden. Innenstädte müssen durch die Vermietung von Wohnungen und durch Inhabergeführte Ladenlokale ihre dauerhafte Lebensfähigkeit und Attraktivität erhalten. Die Stadtpolitik muss diese Faktoren in besonderer Weise berücksichtigen." Der Wettbewerb wird von der IHK Sachsen und einigen Sponsoren unterstützt.