• Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen
Chemnitz

Wie muss ein guter Stollen sein?

Stollenbäckerei Vogtländer Meisterbetriebe beherrschen ihr Handwerk am besten

Plauen. 

Plauen. Kauft beim Bäcker, sonst gibt es bald keine mehr. Diesen löblichen Ansatz verfolgen immer mehr Vogtländer wie es scheint. Gerade jetzt - zur Weihnachtszeit - dürfen die 39 Innungsbetriebe besonders viele Kunden in ihren Geschäften begrüßen. Die vogtländische Weihnachtsbäckerei ist natürlich ein Dauerthema geworden. So hat zum Beispiel der Verleger Jean-Curt Röder als Historiker unzählige Backrezepte gesammelt. Eines stammt aus dem Jahr 1938. Es ist also 80 Jahre alt. "Aus den angegebenen Zutaten bekommt man mindestens elf Kilogramm gebackenen Stollen" lacht der Verleger, der im Vogtländischen Heimatverlag Neupert die Rezepte unter anderem im Jahrbuch abdruckt.

Althergebrachtes Handwerk hat die Nase vorn

Aus den Backstuben bekommt man natürlich keine Rezepte. Dort hütet jeder Bäcker sein Geheimnis. Es gilt: "Feinbuttrich und zart schmelzend! So muss er sein, der Stollen." Über kein anderes Backwerk wird so viel erzählt, geschwärmt und geschrieben. Gerade im Vogtland verbindet der Stollen die einmalige Tradition mit unseren Emotionen. Ein Lebensgefühl ergreift uns. Der Mensch hält endlich wieder einmal inne. Wenn die Stollenzeit beginnt, dann geht das Kerzenlicht an. Gefragt sind nicht die modernen Technologien und ständige Neuerungen. Dann erinnern wir uns an unsere Bäckermeister und deren großes Erbe. Im Supermarktregal wartet anstelle des Glücksgefühls der Superpreis der Großindustrie. Aber was genau wir da gegessen haben? Das wissen mitunter noch nicht einmal die Produktionsarbeiter.