Wildkatzen sind jetzt gut aufgehoben

Projekt Neues Gehege im Pfaffengut

Jößnitz. 

Viele Neugierige zieht es in diesen Tagen ins Pfaffengut bei Plauen. Grund sind zwei Wildkatzen. Im 200 Quadratmeter großen Gehege haben sie ein neues zuhause gefunden. Die Tiere sind Nachkommen des erfolgreichen Auswilderungs-Programmes in Bayern, verriet Kai Frobel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Zwei BUND-Mitarbeiter kümmern sich täglich um die Neuankömmlinge. Die Fressnäpfe werden mit Kücken, Rindfleisch und Fisch gefüllt. In freier Natur haben sich die Räuber auf Mäuse spezialisiert. Das alte Gut ist offiziell die Adresse vom Sächsischen Wildkatzen-Zentrum. Seitdem im vogtländischen Bergen eine tote Wildkatze gefunden wurde, halten viele Partner bis hin zur Jägerschaft die Augen offen. Vogtlandweit sind Lockstöcke zur Fellerkennung in den Wäldern verteilt. Pfaffenguts-Leiterin Beate Groh will das Wildkatzen-Zentrum bekannter machen. "Die Katzen passen genau ins Konzept des Natur- und Umweltzentrums." In Sachen Wildkatze soll es künftig Bildungsangebote geben. Ob der "Wildkatzensprung" in der Region gelingt, hängt vermutlich von vielen Faktoren ab, glaubt Frobel. "Wir brauchen Brücken in der Landschaft." Ohne Korridore in der offenen Agrarlandschaft werde es wohl nicht funktionieren. Wenn man die einst gejagten Tiere wieder will, müsse in die grüne Infrastruktur investiert werden. In Zeiten, wo satellitengesteuerte Landmaschinen die Flächen zentimetergenau bis an den Feldrand abernten, ist dies schwierig, weiß der BUND-Sprecher. Inzwischen fühlen sich die ausgewilderten Katzen im Spessart bis in die Regionen der Rhön und der Oberpfalz wieder heimisch. "Da hat sich 'ne Menge getan. Sachsen steht noch am Anfang."