"Wir sind keine Randalen"

Kommunalpolitik Jugendliche wehren sich gegen Vorwürfe

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Auf dem Spielplatz neben dem Dorfgemeinschaftshaus waren halbvolle Flaschen gefunden worden. Das sorgte für Kritik. Foto: Simone Zeh

Ranspach. Dass sie randalieren würden, das wollten die Jugendlichen aus Ranspach nicht auf sich sitzen lassen. Zur Stadtratssitzung in Pausa-Mühltroff wehrten sie sich gegen die Vorwürfe. Nun gibt es Hoffnung auf eine Lösung, dass sie das Dorfgemeinschaftshaus zukünftig doch wieder nutzen können. Denn es war ein Hausverbot verhängt worden.

"Wir waren entsetzt, als wir von den Beschwerden in der Zeitung gelesen hatten", sprach Lena Krauß aus Ranspach im Namen einer ganzen Schar von Jugendlichen. Inzwischen konnte man die Beschwerden zurecht rücken. "Wir wollen eine andere Lösung als ein Hausverbot. Wir sehen unsere Fehler ein." Sie meinte aber auch, dass es schwer sei, Fehler zu beheben, wenn im Stadtrat darüber gesprochen werde, "aber nicht mit uns."

Kaputte Stühle, Verschmutzungen - Was nun?

Rückblick: Die Ranspacher Ortsvorsteherin Gudrun Müller hatte den Stadtrat informiert, dass sie Termine der Jugendlichen zur Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses storniert habe. Grund seien angerichtete Schäden. "Wir finden es ungerecht, dass für alle Jugendlichen Hausverbot erteilt wird", so Lena Krauß. "Wir sind keine Randalen."

"Schäden dürfen gar nicht erst entstehen. Wir haben viel Geld in die Dorfgemeinschaftshäuser gesteckt", antwortete Jonny Ansorge (CDU), Bürgermeister von Pausa-Mühltroff. "Wir wollen euch nicht auf der Straße lassen." Man werde sich mit dem Ortschaftsrat zusammensetzen. "Es ist ein Gebäude der Stadt", so Gudrun Müller darauf aufmerksam. "Da ist auch die Stadt mit verantwortlich." Mit den Jugendlichen habe sich der Ortschaftsrat bereits zusammen gesetzt. Aber: "Die Schäden liegen vor." Stühle, die repariert werden müssen, halbvolle Flaschen draußen.

Der Unterreichenauer Ortsvorsteher Gert Dreyhaupt sprach von einem Hilferuf der Jugendlichen. Es müsse eine Lösung, eine zentrale Möglichkeit gefunden werden. Einig war man sich, dass Regelungen und Vereinbarungen geschaffen werden müssen, die einzuhalten sind, und ein Verantwortlicher oder ein Verein. "Wir werden auf euch Mädels und Jungs zukommen", gab Ansorge ihnen mit auf den Weg.