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"Wir waren schneller als die Stasi"

Erinnerung Außergewöhnliche Feierstunde im Reichenbacher Bahnhof

Reichenbach. 

Reichenbach. Die Veranstaltungen zu "Revolution und Demokratie" in Reichenbach hatten das Ziel, dass man für heute aus den Erfahrungen von 1989 lernt. Und auch dass diese Erlebnisse weitergegeben werden, gerade auch an junge Leute. "Wir wollen nicht nur das Bürgerfest feiern, sondern den schweren Weg zur Demokratie und wie man diese erhält zeigen", sagte der Landtagsabgeordnete Stephan Hösl.

Mit dem Zug in die Freiheit

Deshalb hatte man Schüler des Goethe-Gymnasiums in die Feierstunde im Bahnhof, in dessen Mitte Kerzen auf einem angedeuteten Gleis mit einer Rose darauf die Zahlen 1989 und 2019 bildeten, eingebunden. Im mit vielen Menschen gefüllten Bahnhof wurde Zeitzeuge Jens Rohde von den Zwölftklässlern interviewt. Er und Jörg Reinhard gehörten zu den drei Jugendlichen, denen es 1989 gelang, auf einen der "Züge in die Freiheit" mit den Botschaft-Flüchtlingen aus Prag aufzuspringen.

"Wir wussten, dass in Reichenbach ein Lokwechsel ist. Wir wollten die Chance nutzen" und obwohl die Polizei den Bahnhof abgeriegelt, Menschen geschlagen und abgeführt hatte, gelang den Dreien die Flucht. Wie genau, das wollten die Gymnasiasten wissen. "Wir waren schneller als die Stasi", sagte Jens Rohde. "Wir kamen über den Güterbahnhof." Jörg Reinhard, der aus Karlsruhe gekommen war, arbeitete bei der Bahn und kannte sich gut aus.

Schritt wurde nie bereut

"Wir sprangen auf den Zug auf. Zum Glück war die letzte Tür des Waggons auf. Als die Stasi nach dem Ausweis fragte, reagierte ich blitzschnell und sagte: Den habe ich schon abgegeben." Bange Minuten dann nochmal in Gutenfürst. Und Freude, als man in Hof ankam. Sie hätten es nie bereut, sagten beide.