Zackiges in Stelzener Festspielscheune

Theater "Zack, Zack, Zack" begeistert Vogtländer am Samstag

Stelzen. 

Stelzen. Zack, Zack, Zack hieß es am Samstagabend in Stelzen in der Festspielscheune: Zackig ging es vor und hinter dem Bühnenvorhang zu. Eile war für McNamara, dem Chef der Westberliner Coca-Cola Filiale geboten, als es heißt, er soll die Tochter des Firmenchefs während ihres Berlin-Aufenthaltes beherbergen und auf sie aufpassen. Denn plötzlich ist die 17-jährige Scarlett verschwunden, wo sich doch gerade ihre Eltern angesagt haben, per Flieger nach Berlin zu kommen.

Zwar ist Scarlett dann doch wieder da, aber im Schlepptau hat sie einen jungen Mann aus der DDR, einen Kommunisten, in den sie sich nicht nur verliebt , sondern mit dem sie sich Knall auf Fall, zack, zack, verheiratet hat. Ging sie doch jeden Abend durchs Brandenburger Tor in den ostdeutschen Teil Berlins und kam frühmorgens zurück. Auf einer Parade hatte sie Otto kennengelernt. Die Mauer gab es da noch nicht, die Grenze war offen.

 

Ein Stück zum Nachdenken und Mitlachen

 

Jede Menge Pointen und Komik erlebte das Publikum in Stelzen in den schnell wechselnden Szene. Auch die Darsteller mussten auf Zack sein, hinter dem roten Kugelverhang konnten die Zuschauer mitverfolgen, wie sie sich ständig umzogen und in andere Kostüme schlüpften. Scarlett indes verteidigt ihren Otto. "Er ist kein Kommunist. Er ist Republikaner, er kommt aus der Deutschen Demokratischen Republik." McNamara versuchte Otto zu bestechen und anderweitig, ihn los zu werden und von Scarlett fernzuhalten. Bis er die Idee hat, einen Kapitalisten aus ihm zu machen, zack, zack, um ihn Scarletts Eltern zu präsentieren.

"Zack, Zack, Zack" brachte Regisseur Volker Insel aus Leipzig als Adaption nach dem Billy Wilder-Klassiker "Eins, Zwei, Drei" auf die Bühne. Die Hollywoodkomödie kam damals zur unpassendsten Zeit heraus, nämlich 1991, als die Mauer gebaut wurde. Billy Wilder wurde davon bei den Dreharbeiten in Berlin überrascht - so wie wohl alle Menschen. So wurde der Film in Westdeutschland in Amerika zum Flop. Die offene Grenze als Teil einer Komödie war nicht mehr komisch, es wurde mit dem Mauerbau plötzlich tatsächlicher Ernst daraus. Erst Jahrzehnte später wurde die Komödie ein Erfolg.