Zukunft braucht vor allem eine Herkunft

Textilbranche Der Patient hat überlebt

Plauen. 

Zu großem Ruhm gelangte die Plauener Spitze ab dem Jahr 1900. Doch schon vor der Weltausstellung in Paris wuchs die Vogtlandmetropole über sich hinaus. Plauen war zu jenem Zeitpunkt nachweislich größer als Zwickau, Jena, Potsdam, Rostock und Cottbus. Auch Ulm, Saarbrücken, Solingen, Bonn und Ingolstadt waren kleiner. Die Textilbranche verhalf der ganzen Region zu Wohlstand. Dann brach dieser von der DDR "ausgelutschte" Industriezweig in Ostdeutschland zusammen und die Asiaten brachten ihre Billigprodukte in unglaublichen Stückzahlen auf den Markt. Das Ende schien gekommen. Ministerialrat Hans-Peter Hiepe: "Über 300.000 Beschäftigte verloren bis zum Jahr 2000 ihre Jobs." Die Textilregion war sozusagen am "Abnippeln". Dass sich damals trotzdem ein paar Unentwegte zusammenfanden, um genau diese Branche neu zu befeuern, das ist aus heutiger Sicht bemerkenswert. "Man hat uns gefragt, ob wir verrückt sind", schmunzelt Dietrich Wetzel heute. Der Kaufmann alter Schule hat zusammen mit vielen übrig gebliebenen Experten gekämpft. Unglaubliche 58 Fachleute begrüßte Hausherr Bernd Märtner zu einer Kick-Off-Veranstaltung in der M&S Umweltprojekt GmbH. Es ging um innovative, regionale Wachstumskerne und um Stickerei-Technologien der Zukunft. Ministerialrat Hiepe: "Wir haben hier zur gleichen Zeit die Textilwelt des Ostens sterben sehen und im vergangenen Jahrzehnt 33 Millionen Euro investiert." Das war offenkundig clever. Denn die Vogtländer sind gut im Geschäft. Ganz nach dem Motto: Zukunft braucht Herkunft!