Zukunft in Gefahr: Die Plauener Tafel schlägt Alarm

Sozialprojekt Großversorger kann 2023 nur weitermachen, wenn Personal da ist

Plauen. 

Plauen. Die Plauener Tafel ist ein Großversorger. Tausende kaufen in Plauen und neun weiteren Ausgabestellen im Vogtland ein. Die Zahl der Bedürftigen mit einer Einkaufsberechtigung ist in den vergangenen Jahren extrem gestiegen. Und ausgerechnet jetzt droht den Tafeln der Kollaps.

 

Helfer fehlen

Konstanze Schumann bestätigt: "Unsere Tafeln sind mit Kunden und Arbeitsbelastung schon jetzt am Limit. Es fehlen Helfer", betont die Geschäftsführerin der Arbeitsloseninitiative Sachsen e.V. Der Verein ist als Betreiber der Plauener Tafel angewiesen auf sein Personal. "Wir müssen für das Jahr 2023 noch einige Lösungen finden. In der Öffentlichkeit ist nämlich häufig gar nicht bekannt, dass größere Tafeln nicht ausschließlich im Ehrenamt betrieben werden können", fügt Konstanze Schumann hinzu.

 

Handeln erforderlich

Seit 3. August macht sie darauf aufmerksam, dass es 2023 zum Kahlschlag bei der Förderung des sozialen Arbeitsmarktes kommen könnte, wenn jetzt nicht konkret gehandelt wird. Konstanze Schumann ergänzt: "Wir haben alle im Bundestag vertretenen Parteien angeschrieben. Auch den DGB, die Paritätischen, das Arbeitsministerium und das Finanzministerium haben wir kontaktiert." Zurück kam von "Es wird nicht so schlimm" bis Versprechungen oder gar keine Antworten nichts Stichhaltiges. Konstanze Schumann berichtet: "Der Bundestagsabgeordnete Detlef Müller von der SPD war bei uns. Auf Initiative von Jörg Schmidt will die CDU-Stadtratsfraktion einen Vororttermin mit der Bundestagsvizepräsidentin Yvonne Magwas organisieren. Weitere Rückmeldungen waren völlig unbefriedigend. Denn es muss jetzt was passieren", fordert Konstanze Schumann.

 

Bis zu 30 Stunden pro Woche im Ehrenamt

Ihre Leute leisten bis zu 30 Stunden im Ehrenamt pro Woche. Die für die Tafeln so wichtigen "Geförderten Beschäftigungsverhältnisse für Langzeitarbeitslose" sind nach den Worten von Konstanze Schumann vielen Entscheidungsträgern ein Dorn im Auge. Denn die freie Wirtschaft braucht ebenso diese Arbeitskräfte. Aber ohne genügend Mitarbeiter bricht das "System Tafel" zusammen.

 

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