Zum ersten Mal ein Kaninchen streicheln

Leute Der Roderdorfer Kleintierzuchtverein hat wenige Mitglieder, aber viel Qualität

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Das Zwergkaninchen chinchillafarbig von Jürgen Hermann eroberte die Herzen der Kinder im Sturm. Foto: Simone Zeh

Rodersdorf. Die Federn kitzeln. Das Fell ist samtweich. Die Kleinen aus dem Rodersdorfer Kindergarten durften die Tiere der Ausstellung in ihrem Ort besuchen. Manche der Kinder, so ließen sich die Rodersdorfer Kleintierzüchter von ihnen sagen, streichelten zum ersten Mal ein Kaninchen oder eine Taube.

Klein aber oho

Der Roderdorfer Kleintierzuchtverein ist mit acht Züchtern klein. Aber die Mitglieder zeigen sich selbstbewusst, denn die Qualität stimmt. Stolz ist man im Verein auf Jürgen Schmidt, den einzigen Geflügelzüchter. Seine Enten sind ein Hingucker: Landenten mit oder ohne Haube, in schwarz, weiß und wildfarbig.,

"Eine eigene Ausstellung durchzuführen, das wird für uns immer schwieriger", sagt der Vereinsvorsitzende Jürgen Hermann. Dass wieder junge Leute zum Verein dazu kommen, das wünschen sich die Züchter, die ihr Hobby gerne pflegen. "Wir haben einen gewissen Ehrgeiz, sind aber auch ein lustiges Volk", sagt Horst Göbel. Einmal im Jahr wird ein Ausflug unternommen. "Das stärkt den Zusammenhalt." Stolz sind die Rodersdorfer auch auf ihr eigenes Domizil.

Kaninchen-Impfung ist ein Problem

"Das Objekt haben wir nach der Wende der LPG abgekauft", so Hermann. 40 Züchter hatte damals der Verein noch. Dennoch pflegen die jetzigen Vereinsmitglieder ihr Haus. Im Obergeschoss ist der Vereinsraum, wo man gesellig zusammensitzen kann. "Als Verein sind wir gut aufgestellt", unterstreicht Jürgen Hermann. Als großes Problem sehe man die neue Kaninchen-Impfung, die nur als Dosis für 50 Tiere erhältlich ist.

Für kleine Züchter sei das ein großes Dilemma. So viele Tiere bekommen viele nicht zusammen. Und wenn sich mehrere Züchter zusammentun? "Jeder Züchter hat seinen eigenen Tierarzt, zu dem er geht und den er nicht verärgern will, indem er zu einem anderen geht", gibt der Vereinsvorsitzende zu bedenken. "Das Endergebnis ist, viele kleine Züchter geben auf. Das kann nicht das Ziel sein." Die Hälfte der Dosis wäre viel besser, 20 bis 25. Hier seien der Bundes- und Landesverband gefordert, eine Lösung zu finden.