12-Jährige schreibt über Fiktives und Erlebtes

Hobby Nachwuchsautorin verarbeitet ihren Alltag in Geschichten

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Emily Schramm hat mit ihrer Mutter Manja den Vortrag von Andreas Pröve besucht. Foto: Nicole Schwalbe

Kirchberg. Emily Schramm ist 12 Jahre alt und liebt Geschichten. Aber sie liest nicht nur gerne, sie schreibt auch mit Vorliebe. "Vielleicht werde ich mal Schriftstellerin", verrät die Jugendliche. Sie besucht die Oberschule in Kirchberg und nimmt für ihre Kurzgeschichten nicht nur Fiktives als Grundlage, sondern auch Erlebtes.

Dabei hat Emily es nicht einfach, denn sie wurde mit einer Art Lähmung geboren, die dazu führt, dass sie ihre Motorik nur bedingt steuern kann. Diese körperliche Einschränkung macht sie zu keinem anderen Menschen, denn sie ist geistig genau so voll da wie andere Mädchen in ihrem Alter und mindestens genauso liebenswert. Aber weil Menschen, die nicht in jedem Bereich voll funktionstüchtig sind, es in der Gesellschaft manchmal schwerer haben, erlebt auch Emily nicht nur Positives.

Von Lieblingsgeschichten und Glückstagebüchern

"Ich komme ganz gut klar mit meinen Mitschülern und wenn es mal was gibt, was mich stört, dann mache ich daraus eine Geschichte", verrät Emily Schramm. Ihre Lieblingsgeschichte handelt von ihrer Klassenfahrt, wobei "mir meistens die Geschichte am besten gefällt, die ich gerade zu Ende geschrieben habe", verrät sie lachend. Da geht es ihr wohl so wie anderen Autoren auch.

Vor einiger Zeit hat Emily ein "Glückstagebuch" angefangen, ein Buch, in dem sie ihre glücklichsten Momente festhält. Die ersten beiden Menschen, die darin unterschrieben haben, waren Willi Weitzel beim Freiträumerfestival und Andreas Pröve, der trotz Querschnittslähmung die Welt berollt und den Emily sogar interviewen durfte. Und wer weiß, vielleicht kann man eines Tages einen ganzen Roman von ihr lesen.