125 Jahre Marx Buchhandlung - Urenkel feiert mit

Sonderausstellung Urenkel und Enkel kamen zur Vernissage

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Martin Scharschmidt und Ulrike Baumann hatten bei der Ausstellungseröffnung viel zu erzählen. Foto: Ludmila Thiele

Zwickau. Martin Scharschmidt (56), Urenkel von Emil Walter Marx, hat am Sonntag beinah die Ausstellungseröffnung "125 Jahre Buchhandlung Marx" in den Zwickauer Priesterhäusern verpasst. "Ich habe mich erst im letzten Moment daran erinnert", erklärt der Inhaber des Kunstgewerbe Meißner auf dem Poetenweg in Zwickau.

So erlebte er die Vernissage im Stehen, wie viele andere Besucher, denn die Sitzplätze reichten bei weitem nicht für alle Gäste, die sich um 15 Uhr in dem Ausstellungsraum des Museums eingefunden hatten. Aus seinem Besitz stammt zum Beispiel die Originalbestellung von Graf Zeppelin und das Ölgemälde seines Urgroßvaters. "Wir haben es im vergangenen Jahr restaurieren lassen", verriet der Urenkel, der im 1905 von seinem Urgroßvater erbauten Haus an der August-Bebel-Straße wohnt.

Er vermutet, dass sein Urgroßvater die Buchhandlung 1914 an Hugo Freitag verkaufte, da Marx' Sohn mit Anfang 20 starb und er damit keinen Nachfolger hatte. Seinen drei Töchtern traute er das wohl nicht zu. "Dank Familie Freitag, die alle Krisen meisterte, feiert die Buchhandlung nun ihr 125-jähriges unter dem Namen des Gründers", so Martin Scharschmidt, der bei der Vernissage auch ganz angeregt mit der Enkeltochter von Hugo Freitag ins Gespräch kam.

"Ich habe als einziges Mädel in der Familie Freitag den Buchhändler gelernt", verriet Ulrike Baumann, die zur Vernissage aus dem Ostthüringischen Triptis kam. Sie zeigte Martin Scharschmidt auch, wie die alte Kasse funktioniert, die ihr seiner Zeit viel Nerven geraubt haben soll.