• Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen
Corona-News
Chemnitz

1951 erstmals zwei Rennen auf dem Sachsenring

MOTORSPORT Zwei Veranstaltungen pro Jahr blieben die Ausnahme

Hohenstein-Ernstthal. 

Hohenstein-Ernstthal. Heutzutage "genießt" der Sachsenring als Rennstrecke einen Sonderstatus. Während auf dem Nürburgring, in der Partnerstadt Hockenheim, in der Motorsport Arena Oschersleben und nun auch wieder auf dem DEKRA Lausitzring sowie natürlich auch auf den großen internationalen Motorsport-Bühnen wie zum Beispiel Monza, Imola, Misano oder Mugello in Italien, in Barcelona, Valencia, Jerez de la Frontera usw. in Spanien sowie auf den weiteren namhaften Rennstrecken in Frankreich und Großbritannien alljährlich eine Vielzahl an Rennveranstaltungen ausgetragen werden, sind die sogenannten Lärm- bzw. Motorsporttage am Sachsenring auf zehn pro Jahr begrenzt. Somit gibt es hier maximal drei volle Rennveranstaltungen pro Saison.

Ein Rennen pro Jahr war gängige Praxis

Früher wurde an den meisten Straßenkursen nur ein Rennen pro Jahr ausgetragen. Ausnahmen waren spezielle Rennstrecken, so wie in Deutschland zum Beispiel der eigens für die motorsportliche Nutzung errichtete Nürburgring.

Wenngleich sich der Sachsenring in den 1930er-Jahren in Sachen Motorradrennen, als Pendant zum Auto-lastigen Nürburgring, zur nationalen Adresse Nummer eins aufgeschwungen hatte, wurde hier jährlich nur einmal im Jahr gefahren.

So auch beim ersten (nationalen) Rennen nach dem Zweiten Weltkrieg 1949 sowie dem insgesamt zehnten Rennen 1950, bei dem es trotz der Teilung Deutschlands um die Gesamtdeutsche Meisterschaft ging.

Zwei Rennwochenenden in Folge

1951 stand vom 27. bis 30. September (Donnerstag bis Sonntag) der DDR-Meisterschafts-Endlauf mit fünf Rennen am Samstag und deren acht am Sonntag auf dem 8,731 Kilometer langen alten Sachsenring auf dem Programm. 300.000 Zuschauer wollten dies bei schon recht kühlem, aber trockenem Wetter sehen. Ebenfalls startberechtigt waren aus Rennfahrer aus dem Westteil des 1949 im Zuge des Zweiten Weltkriegs geteilten Deutschlands, die in den Motorrad-Lizenzklassen alle Siegertrophäen abräumten. Es gewannen Karl Hofmann (Frankfurt am Main, Puch, 125 ccm), Hein Thorn-Prikker (Bad Godesberg, Moto Guzzi, 250 ccm), Fritz Kläger (Freiburg, AJS, 350 ccm), Georg Eberlein (Katzwang, BMW, 500 ccm), Wilhelm Noll/Fritz Cron (Kirchhain, BMW, Gespanne bis 500 ccm) sowie Thomas Seppenhauser/Josef Wenshofer (München, BMW, Gespanne bis 750 ccm).

Nicht viel besser erging es den DDR-Autorennfahrern, doch im letzten Rennen des Wochenendes bezwang der Suhler Paul Greifzu im Rennen der Formel II bis 2.000 ccm mit seinem BMW-Eigenbau den großen Hans Stuck aus Obergrainau in einem AFM.

Auf Endlauf folgte die "Meisterschaft der BSG Chemnitz"

Obwohl auch die Ausweisklassen beim großen gesamtdeutschen Motorsport-Fest zum Zug gekommen waren, wurde nur eine Woche später am 6. und 7. Oktober erstmalig in der Geschichte ein zweites Sachsenring-Rennen ausgetragen. Bei der "Meisterschaft der BSG Chemnitz" fanden am Samstag die Trainingsläufe statt und am Sonntag, dem dritten "Tag der Republik", dem zweiten Jahrestag der DDR, die sieben Lizenz-, Ausweis-, Nachwuchs- oder Wagen-Rennen. Die Zuschauerzahl ist bei wiederum kühlem, aber trockenem Wetter mit 10.000 überliefert.

Auch Premiere der Motorrad-WM machte zweites Rennen notwendig

Die Sache mit den zwei Rennen sollte für lange Zeit einmalig bleiben, doch 1961 machte die Premiere der Motorrad-Weltmeisterschaft auf dem Sachsenring vom 28. bis 30. Juli noch ein reines Autorennen notwendig. Am am 2. und 3. September wurde schließlich das "Internationale Automobilrennen und Deutscher Meisterschaftslauf für Formel Junior" ausgetragen.

Danach war sporadisch noch das eine oder andere Autorennen in die Motorrad-WM-Läufe integriert, sodass es wieder bei einem Rennen pro Jahr blieb.

1972, im Jahr des bedauerlichen Abgesangs der WM in Hohenstein-Ernstthal, wurde wieder ein zweites Rennen durchgeführt. Allerdings war das am 28. Oktober ein regionales Bergrennen zur Bezirksmeisterschaft für drei Ausweis- und Serienklassen auf einem Teilstück des Sachsenrings (Abfahrt Richtung Start und Ziel in umgekehrter Richtung). Dieses gab es auch 1973 und 1974, dann war dieses Thema wieder erledigt.

Seit 1996 mindestens zwei Rennen pro Jahr

1990 kam dann das Aus des alten Sachsenrings, doch seit dem Comeback mittels des neuen, anfangs noch sehr provisorischen und ins neue VSZ Sachsenring integrierten Kurses 1996, sind zwei bzw. später drei Rennveranstaltungen pro Jahr inzwischen obligatorisch.

Den Anfang machte am 25. und 26. Mai 1996 die Deutsche Motorradmeisterschaft mitsamt der damals beliebten Pro Superbike, auf die am 29. und 30. Juni ein reines Autorennen mit dem Hauptprogrammpunkt Super Tourenwagen Cup (STW) folgte.

Erstmals drei Rennen pro Jahr gab es für die Fans nach dem großen Um- und Ausbau des Sachsenrings 2001 zu erleben. Nach der DTM und dem seit 1998 zurückgekehrten Motorrad Grand Prix fand noch ein (Porsche) GTP-Weekend hier statt.