28 Fahrzeuge gegen den Schnee

Interview mit Thomas Lobe, Leiter des Straßenbauamtes

Zwickau. 

Mammutaufgabe für das Straßenbauamt des Landkreises Zwickau: In der kalten Jahreszeit muss der Winterdienst auf einer Streckenlänge von 777 Kilometern abgesichert werden. BLICK-Reporter Holger Frenzel sprach mit Thomas Lobe, Leiter des Straßenbauamtes.

Wie viele Fahrzeuge stehen dem Winterdienst im Landkreis zur Verfügung?

28. Dabei handelt es sich um zwölf Fahrzeuge der Straßenmeistereien und 16 Fahrzeuge von Fremdfirmen, mit denen wir zum Teil schon seit vielen Jahren zusammenarbeiten. Wir haben das Territorium in 28 Bereiche aufgeteilt und dort möglichst Rundkurse gebildet. Dafür brauchen die Fahrzeuge je nach Witterung zwischen zwei und drei Stunden. Das macht deutlich: Wenn es schneit, können wir nicht zeitgleich überall sein. Wichtig ist, dass die Straßen befahrbar sind - auch ohne schwarze Fahrbahn.

Es ist ein Trugschluss, wenn wir sagen würden, dass am ersten Tag alles funktioniert. Die Fremdfirmen, mit denen wir zusammenarbeiten, sind zum Teil noch auf Baustellen im Einsatz. Wir fordern sie erst bei einem Einsatz an. In den Verträgen steht, dass es zwischen Anforderung und Einsatzbeginn eine Karenzzeit von 24 Stunden gibt. Zudem müssen noch Schiebeschild und Streutechnik montiert werden.

Wie groß ist der Salzvorrat?

700 Tonnen Salz liegen in den Straßenmeistereien in Zwickau, Werdau und Hermsdorf sowie dem Stützpunkt in Glauchau. Die Lager sind voll. Wenn jetzt der Winter beginnt und wir bis zum März im Einsatz sind, schlagen wir die eingelagerte Menge drei- bis viermal um. Wir können bei Bedarf noch einmal 10.000 Tonnen Salz liefern lassen. Das Salz wird dabei mit einer Magnesiumchlorid-Lauge gemischt.

Von Bürgern gibt es immer wieder Kritik, wenn gerade freigeschippte Fußwege von den Streufahrzeugen wieder zugeschoben werden...

Das ist ein Problem. Unsere Fahrer sind angehalten, dass sie innerorts die Räumgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern nicht überschreiten. Wir weisen allerdings auch darauf hin, dass die Bürger den Schnee nicht auf eine schwarze Straße schieben dürfen. Dann tragen sie möglicherweise die Verantwortung für eine Gefährdung des Straßenverkehrs.