3000 Kilometer auf einem selbstgebauten Floß

Abenteuer Mario Goldstein durchquerte Kanada und Alaska

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Mario Goldstein war mit dem Floß 60 Tage auf dem Yukon unterwegs. Foto: Nicole Schwalbe

Kirchberg. Nach einem gescheiterten Ausreiseantrag war Freiheit für Mario Goldstein der Besitz von Geld. In Westdeutschland baute er darum innerhalb kürzester Zeit fünf Firmen auf. "Als meine Familie unter meiner Arbeitslast zerbrach, bekam Freiheit für mich einen anderen Blickwinkel", erzählt der Mann, der seine jetzige Frau Ramona auf die 23.000 Kilometer lange Reise quer durch Kanada und Alaska mitnahm. 65 Tage dauerte allein die Fahrt mit dem selbstgebauten Floß, mit dem sie den Yukon hinauffuhren. Brot wurde im Feuer gebacken, Essen auf einem kleinen Gaskocher gebraten. Die Goldsteins haben die Ehre gehabt, mit Indianern eine Büffelherde aufzusuchen sowie ein Paar zu treffen, das sich um Wölfe kümmert. "In Kanada dürfen Wölfe geschossen werden, daher war es interessant, Menschen kennenzulernen, die mit Wölfen leben, ohne dass es zu Zwischenfällen kommt", so Goldstein. In der Wildnis von Kanada trafen sie auch Mike. Mike lebt mit 18 Schwarzbären zusammen. "Wenn man einem Bären begegnet, darf man auf keinen Fall weglaufen. Man muss ihm fest in die Augen schauen und die nackten Hände zeigen", empfiehlt der "Bärenmann" in einem Video, welches Mario Goldstein im Festsaal des Kirchberger Rathauses in einem fesselnden Vortrag Hunderten von Gästen zeigt. Gemeinsam mit den Kirchberger Kunstfreunden hat Anja Roocke den Initiator des Freiträumer-Festivals, das seit zwei Jahren im März in Plauen stattfindet, nach Kirchberg geholt. Goldstein rät jedem, der dem Hamsterrad entkommen will, nicht das Geld, sondern die Einstellung zu überprüfen. Essen hat die Natur genug zu bieten. "Man muss nur loslassen können", so sein Fazit.