48 Ersthelfer-Teams: Wer fährt nach Berlin?

Vergleich Landeswettkampf holt über 700 Teilnehmer in Stadt

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Viele Menschen können allein durch eine Herzdruckmassage gerettet werden, die Beatmung ist nebensächlich. Auch das war eine Disziplin beim Landeswettkampf der Johanniter. Foto: Nicole Schwalbe  Foto: Nicole Schwalbe

Zwickau. Bereits das vierte Mal haben sich die Landesverbände der Johanniter aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zusammengetan, um auf dem Campus der Westsächsischen Hochschule ihren zweijährlichen Landeswettkampf durchzuführen, deren Gewinner im nächsten Jahr in Berlin zum Bundeswettkampf antreten werden.

"Wir möchten uns mit diesem Wochenende für den Einsatz bei unseren Ehrenamtlichen bedanken", sagt Sebastian Späthe, Referent Kommunikation der Johanniter aus Leipzig. In Kategorien und Altersgruppen eingeteilt, sind über 700 Teilnehmer in 48 Mannschaften am Samstag erst in theoretischen Tests, dann in praktischen Erste-Hilfe-Wettkämpfen gegeneinander angetreten.

Zur Ersten Hilfe gehört auch die psychologische Betreuung

"Der Landeswettkampf hat aber nicht nur Wettkampfcharakter, wir nutzen dieses Ereignis auch gerne, um die Mannschaften auf diese Art fortzubilden", erzählt der Intensivmediziner Peter Appelt, der bei den Johannitern als Landesausbildungsleiter arbeitet und beim Wettkampf als Schiedsrichter auftrat. Ein Beispiel war die Übung, bei der zwei Radfahrerinnen nach einem Zusammenstoß mit einem Auto, blutig geschminkt, von einem Johanniter-Team erstversorgt werden mussten, wobei eine Darstellerin bewusstlos war.

"Wir möchten unsere Einsatzteams damit vor Herausforderungen stellen und wollen sehen, ob sie auch die psychologische Betreuung der Radfahrerin nach dem Verkehrsunfall schaffen, denn das ist elementar wichtig, damit Unfallopfer nicht in Panik geraten", so Appelt. Dabei wurden den Opfern auch mal Geschichten über Frösche aufgetischt, damit sie sich beruhigten. Ein Augenmerk lag bei dem Wettkampf auch auf der Reanimation. "Wichtig ist die Herzdruckmassage. Wenn man bei Fremden keine Mund-zu-Mund-Beatmung machen möchte, pumpt man einfach sechs Minuten durchgehend", empfiehlt Appelt.