7,5 Millionen Analphabeten in Deutschland

Projekt Gegen Analphabetismus

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Foto: Nicole Schwalbe

Zwickauer Landkreis. In Deutschland gibt es erst seit 1919 die allgemeine Schulpflicht, dennoch können hierzulande 2 Millionen Deutsche weder lesen noch schreiben. Etwa 7,5 Millionen Deutsche sind "funktionale Analphabeten", das heißt, sie können nur eingeschränkt ihren Namen und ein paar Wörter lesen oder schreiben.

Meistens führten mehrere Faktoren zum Analphabetismus, gerade Menschen mit Lese-Rechtschreib-Schwäche müssen im Training bleiben. Analphabetismus birgt Probleme im Alltag, schränkt Mobilität und Erwerbsleben ein. "Die Betroffenen vollbringen Gedächtnis-Höchstleistungen, weil sie alles auswendig lernen müssen", sagt Aileen Pitzler von der Koordinierungsstelle Alphabetisierung (KOalpha), Sachsen.

Betroffene schämen sich Hilfe zu suchen

Seit nunmehr 7 Jahren arbeitet KOalpha in Sachsen mit Standortbüros in Chemnitz und Plauen gegen Analphabetismus. "Wir vermitteln Kurse für Betroffene", so Pitzler. Oftmals rufen Angehörige oder Jobcenter nicht aber Betroffene selbst an, um sich nach einem Weg aus dem Analphabetismus zu erkundigen. Mit dem Projekt "Buchstaben machen die Welt bunter", engagieren sich Prominente wie Kultusministerin Brunhild Kurt oder Ministerpräsident Stanislaw Tillich und geben ein kurzes Statement ab, warum es sich lohnt, Lesen und Schreiben zu lernen.