90 Jahre Dreirad-Geschichte

Historie Seitenwagen-Rennsport ein Magnet im Museum

Die Auftritte der Seitenwagen-Gespanne gehörten seit 1927 bis auf wenige Ausnahmen zum Sachsenring-Programm. Die klassischen Dreirad-Maschinen, die im Hof des Textil-und Rennsportmuseums zu bestaunen waren, weckten bei den 300 Gästen große Gefühle.

Da waren die 50-jährigen BMW-Gespanne zu sehen, die an viele Seitenwagen-Weltmeister, die auf dem Sachsenring zu Gast waren, erinnerten. Dazu gehörten die BMW-Champions Wilhelm Noll und Fritz Cron, Willi Faust und Karl Remmert oder Walter Schneider. Als die Gäste aus Hockenheim, der Sachsenring-Partnerstadt, Karl Umbach sowie Fritz Erich mit Beifahrer Jo Zeh ihre BMW-Maschinen aus den Jahren 1959 und 1961 präsentierten, erhielten sie Beifall, weil sie gern an die berühmte Rennstrecke gekommen wären.

Mit dem Gespann dabei und als nette Gesprächspartner in der Runde: Frank Wendler, der vierfache DDR-Motorrad-Meister mit seinem Beifahrer Andre Krieg. Viel Beifall erhielt Frieder Bach aus Rabenstein, der mit einer 600-ccm wassergekühlten DKW angereist war. "Ja, ich habe sie bis nach Hohenstein-Ernstthal gefahren", meinte der rüstige Pensionär, der auch auf die 20 PS seines Motors verwies und die große Besucherrunde belustigte: "Ich muss ganz schön aufpassen, das ich Tempo 50 einhalte", schmunzelte er. Die Gäste hatte einer aber total auf seiner Seite: der 87-jährige Rolf Pöschel aus Weinböhla - viele Jahre als siebenfacher DDR-Meister im Seitenwagen unterwegs - bildete einst mit dem damaligen Westberliner Karl Pusch das berühmte Duo. "Wir waren das erste gesamtdeutsche Seitenwagengespann und fuhren damals 1954 schon für die Einheit Deutschlands" und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Zwei kurzweilige Tage im Museum und Marina Palm, die Chefin, konnte wieder eine neue, schöne Geschichte in die Historie des Museums einschreiben.