Adieu "Micado": Rückbau in vollem Gange

Abriss Strickwaren-Fabrik in Zwickau ist Geschichte - Klier-Wandbild wurde gerettet

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Beim Beseitigen der Ruinenteile kommt auch der Schweißbrenner zum Einsatz. Foto: Stadtverwaltung Zwickau

Zwickau. Die Rückbauarbeiten im Bereich der zirka 34.000 Quadratmeter großen Industriebrache "ehemalige Strickwarenfabrik Micado" in Oberplanitz - besser bekannt unter dem Namen "Aktivist" befinden sich im vorgesehenen Zeit- und Kostenrahmen. Darüber informierte am Dienstag Heike Reinke vom Presse- und Oberbürgermeisterbüro der Stadt Zwickau. Begonnen wurde nach der Baustelleneinrichtung und umfangreichen Rodungsarbeiten auf dem Gelände.

Im Anschluss daran musste der zahllose Müll aus den Gebäuden und dem Gelände entfernt werden. Ausgebaut und vor Ort sortiert wurden auch die Fußbodenbeläge, Wandverkleidungen, Türen, Fenster und anderes. In Teilflächen erfolgte bereits die Tiefenenttrümmerung alter Keller. Auch mit den eigentlichen Abbrucharbeiten einzelner Gebäude konnte bereits begonnen werden.

Klier-Wandbild soll wieder aufgebaut werden

Im Zuge der vorbereitenden Maßnahmen wurde auch das Wandbild "Lebensbaum" des Künstlers Edgar Klier gesichert. Den Auftrag dafür erhielten zwei Zwickauer Firmen. Sie reinigen das Wandrelief auch, da es großflächig mit Graffiti besprüht war. Geplant ist, das Wandbild im neuen Betriebsgebäude der GIIZ (Die Gesellschaft für intelligente Infrastruktur Zwickau) wieder komplett an einer Wand aufzubauen. Die Fläche wird nach Abschluss der Maßnahme bis auf weiteres als Grünfläche belassen.

Aus Arten- und Umweltschutzgründen werden auf dem Gelände ein sogenannter Artenersatzturm als künftige Bruthilfe aufgestellt und Naturschutzhecken angelegt. Nach der zugrunde liegenden Kostenschätzung sind maximal 1,2 Millionen Euro aufzuwenden, um die alten Gebäude und Altlasten zu entfernen.

Das Vorhaben wird zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten über das Landesprogramm Brachenrevitalisierung durch den Freistaat Sachsen gefördert. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich dabei auf maximal rund 136.500 Euro.