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Alex Hofmann im Kreis der 40-Jährigen angekommen

MOTORSPORT Ex-Rennfahrer weiter feste Größe im Motorsport

Sachsenring. Der ewig jung wirkende Alex Hofmann feiert heute sein 40. Wiegenfest. Der ehemalige Motorradrennfahrer und heutige TV-Moderator gehörte bzw. gehört auf beiden Gebieten zu den Besten seiner Zunft. Sein Aufstieg ging ziemlich rasant vonstatten, doch unterm Strich wurde er in seiner Motorradkarriere etwas unter Wert geschlagen.

Erst Off- dann Onroad

Geboren wurde Alexander Hofmann am 25. Mai 1980 im zwischen München und Memmingen gelegenen Mindelheim, also im schwäbischen Unterallgäu. Beim Besuch eines Motocross-Rennens entdeckte er schnell seine Affinität zum Motorsport. Mit vier Jahren bestritt er sein erstes Motocross-Rennen und feierte bald seine ersten Erfolge. Nach einigen regionalen Titeln bei den 50-ern und 60-ern wurde er 1992 und 1993 Deutscher Motocross Meister in der 80-ccm-Kategorie. 1995 wechselte er zum Straßenrennsport und durfte schon nach der ersten Saisonhälfte in der Vorstufe der Deutschen Motorradmeisterschaft, dem damaligen im OMK-Pokal, in selbige aufsteigen. Ein fünfter Platz beim Finallauf im niederländischen Assen war ein erstes Straßen-Highlight.

Das zweite Saisonrennen 1996 war gleichzeitig die Wiedergeburt des Sachsenrings. Am historischen Sachsenring-Datum 26. Mai (an jenem Tag des Jahres 1927 fand hier das erste Badberg-Vierecks-Rennen statt) fanden die ersten Rennen auf dem neuen ins Verkehrssicherheitszentrum Sachsenring integrierten Kurs statt. Denn Renntag eröffnete die Pro-Superbike-Klasse, und im zweiten Lauf des Tages belegte der am Vortag 16 Jahre jung gewordene Alex Hofmann in der 125-ccm-Klasse den fünften Rang. Ansonsten war seine Saison mehr durch technische Probleme und Verletzungen gekennzeichnet.

1997 lief es für ihn dann deutlich besser. Beim wiederum zweiten Saisonrennen auf dem Sachsenring feierte er mit Platz zwei hinter Maik Stief seinen ersten DM-Podestrang und nach weiteren Podestplätzen wurde er am Saisonende hinter besagtem Maik Stief Vizemeister. Ebenfalls 1997 debütierte er beim Großen Preis von Deutschland, vor einer trostlosen Kulisse letztmalig auf dem Nürburgring, in der Motorrad-Weltmeisterschaft. Als Wild-Card-Pilot sammelte er im Regenrennen als 14. sogleich seine ersten WM-Punkte.

Erstklassige Talentprobe

Da er inzwischen, zumindest für die kleine 125er, ziemlich groß war, wechselte er für 1998 in die 250-ccm-Klasse und fuhr hier auf Anhieb von Sieg zu Sieg. Mit zehn Siegen in zehn Rennen wurde er überlegen Deutscher Meister. In der damals noch bedeutsamen Europameisterschaft gelang ihm mit zwei Siegen und fünf weiteren Podestplätzen das gleiche Kunststück. Davon konnten ihn auch zwei Rennstürze, einer davon beim Finale im spanischen Cartagena, nicht abhalten. Am Saisonende kürte man ihn obendrein zum ADAC Junior-Motorsportler des Jahres 1998. Im gleichen Jahr bestritte er auch seinen ersten Wild-Card-Einsatz in der Viertelliterklasse und wurde beim WM-Comeback des (neuen) Sachsenrings vor über 140.000 Zuschauern unter 26 Gestarteten sehr guter Zehnter.

Endlich WM-Pilot

Ein Jahr später war Alex Hofmann an seinem (ersten) Ziel, die permanente Teilnahme an der Motorrad-Weltmeisterschaft, angekommen. Sein bestes Saisonresultat erzielte er als Honda-Privatfahrer beim Grand Prix von Frankreich in Paul Ricard mit Rang acht. Bei seinem Heimrennen auf dem Sachsenring landete er als Neunter ebenfalls in den Top 10. Am Jahresende sprang für ihn der 16. Gesamtrang heraus.

Im Millenniumsjahr 2000 bestritt er auf einer privaten Aprilia, doch erhielt sein Aufstieg in jener Saison mit einem Sturz und einem Schien- und Wadenbeinbruch beim Grand Prix im italienischen Mugello einen herben Dämpfer. Zum Saisonende kam dann noch ein Mittelhandbruch in Brasilien dazu. Mit zwölf mageren WM-Punkten belegte er in der Endabrechnung nur den 25. Platz.

Vorläufiges Ende und neuer Anfang

Besser lief es dann 2001 wieder. Mit mehreren Top-10-Resultaten wurde er als bester Privatfahrer WM-Zwölfter, wobei sein siebenter Platz auf dem Sachsenring sein bestes Saisonergebnis darstellte. Dennoch mangelte es für das Talent in Deutschland an Sponsoreninteresse, sodass er 2002 ohne Team und ohne Bike dastand. Anfang Juni kam er wenigstens als Ersatzfahrer im Kawasaki-Werksteam bei der deutschen Runde zur Superbike-WM auf dem Lausitzring zum Einsatz und fuhr dabei zwei Mal in die Punkte. Da er sich damit durchaus achtbar aus der Affäre gezogen hatte, kam er in den Genuss, auch in der hubraumstärksten Grand-Prix-Klasse diverse Gastspiele zu geben. Im ersten Jahr der nun MotoGP heißenden Königsklasse waren auf Verlangen der großen Werke neben den altehrwürdigen 500er-Zweitatktern erstmals auch wieder Viertakter (mit bis zu 990 ccm Hubraum) zugelassen. Die Werksteams setzten allesamt auf die alte, neue Technik und die Privatteams brachten weiterhin die Zweitakt-Raketen an den Start. Mit solch einer 500er-Yamaha des Red Bull Yamaha WCM-Teams debütierte Alex Hofmann als Ersatzfahrer für den Australier Garry McCoy im niederländischen Assen und wurde guter Elfter. Im englischen Donington Park und auf dem Sachsenring vertrat er den verletzten Loris Capirossi im West-Honda-Pons-Team des Ex-Weltmeisters Sito Pons. Bei seinem nächsten Heimrennen fuhr er auf den zehnten Rang.

Vom Test- zum Einsatzfahrer

Für 2003 sprang für ihn dann immerhin ein Vertrag als Testfahrer für das MotoGP Kawasaki Racing Team heraus, wobei er sogar zu vier Wild-Card-Einsätzen kam. Daraus entwickelte sich für 2004 und 2005 ein richtiger Fahrervertrag, sodass er als Teamkollege des Japaners Shinya Nakano auf Punktejagd ging. Mit der etwas schwachbrüstigen Kawasaki ZX-RR 990 reichte es im ersten Jahr zu Rang 15 und mit einer überarbeiteten Maschine 2005 zu Platz 19 der Abschlusstabelle. Nachdem er 2004 auf dem Sachsenring mit einem weiteren zehnten Rang sein zweitbestes Saisonresultat erzielte, schied er 2005 nach einem Sturz in der Startrunde des nach fünf Runden abgebrochenen und später neu gestarteten Rennens aus.

Leider wurde sein Vertrag für 2006 nicht verlängert, sodass er sich in den folgenden zwei Jahren im und mit dem Pramac D'Antin Ducati Team abmühen musste. Obwohl dieses wenig professionell arbeitete, wurde 2007 Alex´ bestes MotoGP-Jahr. Neben fünf Top-10-Platzierungen war Rang fünf beim Regenrennen von Le Mans sein Highlight. Allerdings hatte er 2007 auch ein weiteres Negativ-Erlebnis. Beim Lauf in Laguna Seca in den USA verpasste der Franzose Sylvain Guintoli im ersten freien Training den Bremspunkt zur berühmten "Corkscrew"-Kurve und krachte in Alex Hofmann hinein. Dabei zog er sich einen offenen Trümmerbruch in seiner linken Hand zu und fiel für zwei Monate aus. Beim zweiten Rennen nach seinem Comeback, beim Grand Prix in Portugal, überwarf er sich mit seinem Team und beendete die Saison vorzeitig. Dennoch belegte er mit nur zehn von 18 gefahrenen Rennen am Jahresende Platz 13 der Tabelle.

Ab an die Sprech-Banane

Nachdem er danach keinen Fahrervertrag mehr erhielt, wurde er bei Aprilia Test- und Entwicklungsfahrer für deren Superbike-WM-Projekt. Als Fahrer wurden ihm dann der Italiener Max Biaggi und sein Ex-Teamkollege bei Kawasaki, Shinya Nakano, vorgezogen.

Als das DSF (Deutsche Sport Fernsehen, heutzutage Sport1) ab 2009 die Übertragungsrechte für die MotoGP erwarb, verpflichteten sie den vielsprachigen Alex Hofmann erst als Experten und später als Moderator bzw. Kommentator. Seitdem verdingt/e er sich in der gleichen Funktion bei Eurosport (2015) und ServusTV (seit 2016) sowie fallweise auch für RTL bei diversen Auto-Events. Happy Birthday, Alex!



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